Tagebuch Franz Küberl: 24. Juli 2008
Frühmesse in Meki/Südäthiopien
Es ist immer gut, mit Einheimischen die Messe zu feiern. In der von uns unterstützten Kooperation für Gemüseanbau sagen uns die Bauern, dass sie ursprünglich ihre Land zu einem Spottpreis verpachten mussten, weil ihnen die Mittel fehlten, um Setzlinge, Dünger usw. zu kaufen. Dann wollten sie das ändern und ersuchten um Hilfe. Egal, wen sie fragten, es wurde die Caritas Meki als möglicher Partner genannt. Heute profitieren 10.000 Menschen von der Genossenschaft: Dreimal im Jahr wird geerntet und erstmals ist für mich eine Lust zur Modernisierung und Veränderung spürbar.
Danach besuchen wir eine der fünf Getreideausgabestellen der Caritas Meki in Siraro Woreda. 3200 schwangere und stillende Frauen und ebenso viele Kleinkinder, die schwer unterernährt sind, werden hier versorgt. Ich war schon xmal bei Ausgabestellen wie dieser, aber ich kann noch immer nicht zuschauen. Zu intim erscheint mir der Vorgang, wenn Menschen in bitterer Not kommen, um ihr Überleben abzuholen. Gleichzeitig weiß ich, wie wichtig es ist, dass anschaulich über den Hunger hier berichtet wird, damit das in Österreich überhaupt geglaubt wird.


