News

Einkommensschere beeinflusst Gesundheit - 24.02.10

Eine geringere Einkommensschere ist für die gesamte Gesellschaft von Vorteil. Foto: A.Pawloff.

"Noch mehr soziale Ungleichheit heißt noch mehr Krankheiten und noch geringere Lebenserwartung, mehr Teenager-Schwangerschaften, mehr Status-Stress, weniger Vertrauen, mehr Gewalt und mehr soziale Ghettos", so der renommierte Epidemiologe Richard Wilkinson, Professor an der Universität von Nottingham und des University College London, auf seinem Referat auf der achten österreichischen Armutskonferenz. Die soziale Schere schadet, und zwar fast allen.

Österreich schneidet gut ab
"Eine sozial polarisierte Gesellschaft bringt Nachteile nicht nur für die Ärmsten, sondern auch für die Mitte. Es stehen nicht nur die unterprivilegierten Mitglieder schlechter da, sondern auch die Wohlhabenderen", führte Wilkinson aus. Im internationalen Vergleich schneiden die skandinavischen Länder sehr gut ab, Großbritannien, Portugal und USA sind abgeschlagen am Schluss, Österreich ist vorne dabei, aber nicht top.

"In den ärmeren Teilen der Erde ist mit höherer Wirtschaftsleistung pro Kopf eine höhere Lebenserwartung verbunden. In den reichen Ländern ist ein derartiger Zusammenhang nicht mehr nachweisbar", erklärte Professor Wilkinson. Sehr wohl bestehe jedoch ein Zusammenhang zwischen Lebenserwartung und dem Anteil am Volkseinkommen, den die ärmeren Haushalte beziehen.

Reich ist nicht gleich gesund
Unter den modernen Industriegesellschaften sind also nicht die reichsten Gesellschaften die gesündesten, sondern diejenigen mit den geringsten Unterschieden zwischen Arm und Reich. Doch eine große Einkommensschere hat nicht nur auf die Gesundheit negative Auswirkungen: "Gesellschaften mit größerer Ungleichheit unterscheiden sich von denen mit weniger Ungleichheit auch in anderen Aspekten. Wir haben herausgefunden, dass besonders das Vertrauensniveau geringer ausfällt", zitiert Richard Wilkinson aktuelle Studien. Menschen sind weniger dazu bereit, anderen zu vertrauen, und es gibt weniger Beteiligung an der Gemeinschaft.

www.armutskonferenz.at

  • Seite drucken
  • Link versenden
  •                                                                         
  • Twitter
  • Facebook
  • MySpace
  • Delicious
  • Digg!