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Millenniumsziele: Alarmierende Zwischenbilanz - 10.09.10

Porträt der Generalsekretärin der Caritas Ghana. Gestikulierend bei ihrem Vortrag.Philomena Mawuli Johnson, Generalsekretärin der Caritas Ghana zu Besuch in Wien. Zuhörende auf Stuhlreihen bei dem Vortrag.Austausch mit Caritas-MitarbeiterInnen in Wien

Eine alarmierende Zwischenbilanz zu den Millenniumszielen, die bis 2015 unter anderem eine Halbierung der weltweiten Armut und des Hungers vorsehen, zog eine hochrangige kirchliche Delegation aus Afrika.
"Trotz veritabler Fortschritte in der einen oder anderen afrikanischen Region müssen wir feststellen, dass wir vor allem in Afrika vom Ziel der Armutshalbierung derzeit meilenweit entfernt sind", sagt Philomena Mawuli Johnson, Generalsekretärin der Caritas Ghana und Leiterin des Büros der afrikanischen Bischofskonferenz (SECAM) in Ghana.

Betrug der Anteil der hungernden Menschen im Jahr 2000 16 Prozent der Weltbevölkerung, so sind es derzeit 15 Prozent. Fortschritte bei den Millenniumszielen seien etwa im Zugang von Kinder zu elementarer Schulbildung und beim Zugang zu Aidsmedikamenten zu verzeichnen, so Mawuli Johnson.
In diesem Zusammenhang kritisiert sie, dass viele reiche Staaten im Zuge der Wirtschaftskrise ihre Entwicklungshilfeausgaben drastisch gekürzt hätten. Zudem fordet Mawuli Johnson eine Einbeziehung der Zivilgesellschaft bei der Vergabe der Gelder: "Die Entwicklungszusammenarbeit ist derzeit oft eine Angelegenheit von Regierung zu Regierung und führt dazu, dass die Mittel nicht in vollem Umfang jenen zugute kommen, für die sie bestimmt sind, nämlich den armen Menschen."
Gemeinsam mit dem SECAM-Vizepräsidenten, Bischof Francisco Joao Silota und Reverend Martinho Maulano (beide aus Mosambik) bereist Mawuli Johnson derzeit im Vorfeld des UN-Gipfels in New York zu den Millenniumszielen (20.- 22. September) Europa. Ziel der Delegation ist es, VertreterInnen aus Politik, Wirtschaft und Kirche die afrikanischen Perspektive näherzubringen.

Falsche Richtung

"Wir haben in Österreich eine Bewegung bei den Entwicklungshilfegeldern, nur leider in die komplett falsche Richtung". betont Christoph Petrik-Schweifer, Auslandshilfechef der Caritas Österreich. Auch, wenn Geld allein nicht alles sei, "wird es nicht ohne einer Erhöhung der Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit gehen, wenn wir die Millenniumsziele wirklich ernst nehmen."

Aufgeben kommt nicht in Frage

Die Aufbruchsstimmung des Jahres 2000, als 189 Staatschefs die Millenniumsziele unterzeichneten, sei jedenfalls verpufft, sind sich die afrikanischen Gäste einig. Aufgeben sei dennoch keine Option: "Immerhin haben wir noch fünf Jahre, um uns anzustrengen", sagt Mawuli Johnson.  

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