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Caritas zur Krise in Bulgarien - 20.02.13

Eine warme Mahlzeit pro Tag, Nachhilfe und Schulmaterial - so unterstütz die Caritas Roma Kinder im bulgarischen Banya.

Nach heftigen Protesten in Bulgarien gegen überhöhte Strompreise tritt die Regierung von Ministerpräsident Borissow geschlossen zurück.  Bereits vergangene Woche hat die Caritas Europa vor den Auswirkungen der "neuen Armut in Europa" gewarnt, Sozialsysteme seien überfordert und die Menschen unter Druck, so das Ergebnis.

Armenhaus Bulgarien

Bulgarien zählt zu den ärmsten Ländern Europas. Besonders in den ländlichen Gebieten ist Armut allgegenwärtig: 27 Prozent der Bevölkerung leben von weniger als 100 Euro im Monat. Zu den Ärmsten gehören alte Menschen am Land, wo die Pensionen besonders niedrig sind. Die Lebenshaltungskosten sind aber mit denen in Westeuropa vergleichbar. Das Pro-Kopf-Einkommen liegt nach wie vor bei weniger als der Hälfte des EU-Durchschnitts. Jedes dritte bulgarische Kind leidet darunter, dass es weder eine ausreichende Schulausstattung noch einen Platz zum Lernen hat. 40 Prozent der bulgarischen Kinder haben nicht genug zu essen; darunter leidet nicht nur die körperliche Entwicklung, sondern auch der Schulerfolg. In einem Viertel der Familien müssen sich die Kinder die Schuhe für den Schulweg teilen. Küberl: "Damit haben die Kinder Bulgariens nicht nur jetzt ein Problem, sondern es wird der zukünftigen Generation des Landes die Basis für eine gute und gesunde Entwicklung genommen. Was in der Kindheit fehlt, kann nie wieder aufgeholt werden."

Auswirkungen der Armut

Die Caritas Bulgarien fordert seit Jahren von der bulgarischen Regierung, dass jedes Kind auch tatsächlich Zugang zu Bildung hat. Kindern aus armen Familien, viele darunter Roma, ist es nämlich oft nicht möglich, die Schule zu besuchen. Es gibt keine staatlich geförderten Kindergärten und in vielen Fällen ist das von der Caritas zur Verfügung gestellte Essen die wichtigste Motivation für Familien,
ihre Kinder in die Schule zu schicken. Die Strompreise, die nach der Öffnung des staatlichen Sektors ständig gestiegen sind, waren nun der Tropfen, der das Fass nun zum Überlaufen brachte.

"Dass sich die Menschen in Bulgarien Heizung und Essen nicht mehr leisten können, ist eine Tragödie von entsetzlichem Ausmaß, bei der die Caritas gefordert ist, aber vernünftigerweise wird die Hilfe nur mit europäischer Unterstützung tatsächlich was ausrichten können", argumentiert Franz Küberl seine Forderung Richtung Brüssel: "Die europäische Union muss Bulgarien in der Armutsbekämpfung in gleicher Weise beistehen wie anderen EU Ländern in der Bewältigung der Finanzkrise geholfen wurde. Eine kluge und effektive Armutsbekämpfung müssen EU, Währungsfonds und Weltbank gemeinsam angehen!"

Caritas Arbeit in Bulgarien

Die Caritas hilft seit 1994 Jahren gemeinsam mit der Caritas Bulgarien vor allem alten Menschen, Kindern und Menschen mit Behinderungen.
Einige Projekte der Caritas in Bulgarin finden Sie bei unseren Auslandsprojekten.

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