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Anhaltende Kälte bewirkt Zustrom in den Caritas Beratungsstellen - 01.03.2013

Symbolfoto: Immer mehr Menschen können im Winter ihre Wohnung nicht heizen. Foto: A. Pawloff

Frau R. ist eine alleinerziehende Mutter von zwei Schulkindern. Sie arbeitet als Teilzeitkraft und ihr Einkommen deckt gerade den Existenzbedarf. Der Vater der Kinder bezahlt nur bescheidene Alimente und so musste Familie R. in eine günstigere Wohnung umziehen. Die Kaution für diese Wohnung sprengte das Budget. Miete und Stromkosten konnten nicht mehr bezahlt werden. Die Abschaltung drohte! Völlig verzweifelt suchte Frau R. die Sozialberatung der Caritas auf. "Dank des Verbund Stromhilfe Fonds der Caritas konnten wir helfen", sagt Franz Küberl.

So hilft die Caritas

Das 3 Säulen Modell besteht aus der Begleichung offener Strom- oder Gasrechnungen, professioneller Energieberatung im Haushalt der KlientInnen und dem Tausch alter, stromfressender Haushaltsgeräte. So konnten in den letzten 3 Jahren österreichweit 1.500 Haushalte geholfen werden, 664 Haushaltselektrogeräte wurden getauscht und 965 Energieberatungen durchgeführt werden.

 "Von Energiequellen abgeschnitten zu sein hat erhebliche Auswirkungen auf die existentiellen Bedürfnisse des Menschen, sei es weil die Wohnung nicht mehr angemessen warm gehalten werden kann, hygienische Erfordernisse mangels Warmwasser nicht mehr erfüllt werden können oder sei es, dass erhebliche Ernährungsdefizite entstehen. Dauert Energiearmut länger an, sind gesundheitliche Folgen, vor allem für Kinder, unvermeidbar und Teilhabechancen stark eingeschränkt. Ganz klar sage ich Ihnen auch, wo wir an heftige Grenzen stoßen: bei der thermischen Sanierung der Wohnungen. Undichte Fenster, Altbestand und nicht gut isolierte Wohnhäuser", sieht Küberl die Politik gefordert.


Forderungen der Caritas

  1. Die Zweckwidmung der Wohnbauförderungsgelder muss wieder eingeführt werden, um zusätzliche Mittel für die thermische Sanierung insbesondere im sozialen Wohnbau zu lukrieren!  
  2. Die Verantwortlichkeit für die Funktionstüchtigkeit von Kombithermen ist gesetzlich rasch zu klären, denn zwei sich widersprechende OGH Urteile sorgen für große Unsicherheit.


Franz Küberl begrüßt grundsätzlich, dass  im geplanten Energieeffizienzpaket des Bundes die  Intention zur Bekämpfung von Energiearmut klar ersichtlich wird. Insbesondere sind die Grundversorgung durch die Energielieferanten und deren Ausweitung auf die Netzbetreiber wichtige Maßnahmen zur Bekämpfung von Energiearmut.

Darüber hinaus fordert die Caritas ein Abschaltverbot bei der Wärmelieferung in den Wintermonaten und eine andere Definition für die Zielgruppe der schutzbedürftigen VerbraucherInnen. Hier bezieht sich  der Gesetzesentwurf nämlich auf die GIS Gebühr befreiten Haushalte, eine ungenügende Herangehensweise aus Sicht der Caritas. Die Caritas befürwortet auch die Errichtung eines unabhängigen Energiehilfefonds mit dem Ziel, soziale Aspekte (Ausgabensenkung der Haushalte) mit ökologischen Erfordernissen (Energieeffizienz, Energieeinsparungen) zu verbinden.


Energiesparen muss man sich leisten können!

Ein großes Problem ist, dass sozial benachteiligte Personen oft in den schlechtesten Wohnungen leben, in denen meist veraltete Heizgeräte mit extrem nachteiliger Energiebilanz zum Einsatz kommen. Und natürlich haben diese Haushalte auch keine Mittel, öffentliche Förderungen für die thermische Sanierung, für Solaranlagen oder Photovoltaik Anlagen in Anspruch zu nehmen, da die dafür nötigen Eigenmittel fehlen. Zudem leben sie meist in Mietwohnungen. Auch der Austausch eines alten oder undichten Kühlgerätes, eines Stromfressers der Extraklasse, ist oft ein unlösbares Problem, erklärt Küberl: "Einkommensschwache Haushalte finden sich in einer unüberwindbaren Zwickmühle wieder - sie leiden am stärksten unter den ständig wachsenden Energiekosten und haben am wenigsten Geld, um sich selbst durch Investitionen in Energieeffizienz zu helfen."

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