17. März: Die traumatisierten Kinder frieren bei Temperaturen unter Null Grad
Die traumatisierten Kinder frieren bei Temperaturen unter Null Grad
17.03.2011
Vor allem die jüngeren Kinder zittern bei jedem Nachbeben vor Angst und verkriechen sich weinend. Alle Kinder und auch die Mitarbeiterinnen sind total erschöpft. Wir leben seit fast einer Woche mit unseren 60 Kindern in der Turnhalle, zunächst ohne Strom und Wasserversorgung. Es fehlt an Benzin und Heizöl - die Kinder frieren bei Temperaturen nachts unter 0 Grad. Eine Psychotherapeutin betreut die Kinder, weitere Hilfe ist jedoch dringend notwendig.
Weil es so viele Tote und Vermisste auch in der Nachbarpräfektur gibt, hat uns die Regierung gebeten, Waisen und obdachlose Kinder aufzunehmen. Wir haben angesichts der hier herrschenden Not natürlich sofort zugesagt, und werden die Kinder hier unterbringen, auch wenn die Enge den Kindern schon jetzt zusetzt.
Ichinoseki ist nur 150 Kilometer Luftlinie von Fukushima entfernt. Wir alle sind aber noch unter Schock durch das Erdbeben und den Tsunami. Das ist noch nicht überwunden, da fällt es uns schwer, uns auch noch mit der drohenden Gefahr aus Fukushima auseinanderzusetzen." Das Kinderheim ist stark beschädigt, viele Wände haben Risse, Fenster sind zerstört und Deckplatten haben sich gelöst.
