Libanon

Von Vertreibung und Krisen betroffene Kinder werden in regionalen Bildungsprogrammen unterstützt.

Libanon in der Krise: Millionen Menschen brauchen Hilfe

zuletzt aktualisiert: 13.04.2026

Im Libanon mussten aufgrund des Krieges im Nahen Osten bereits über 1 Million Menschen fliehen. Wir leisten mit unseren Partnern vor Ort lebenswichtige Hilfe: Wir bringen Menschen in Sicherheit, leisten medizinische Versorgung, verteilen Lebensmittel sowie Hygieneartikel und stellen Matratzen für Notunterkünfte bereit.

All das trifft Menschen, die im Libanon ohnehin seit Jahren eine der schwersten humanitären Krisen der Region erleben. Für die Menschen heißt das: Angst, Unsicherheit und ständige Gefahr. Viele Familien müssen fliehen und brauchen dringend Schutz und Hilfe.

Die humanitäre Lage bleibt dramatisch: Rund 4,1 Millionen Menschen sind auf Unterstützung angewiesen – bei Unterkunft, Nahrung, medizinischer Versorgung, Bildung, Wasser, Hygiene und durch finanzielle Hilfe. Armut und Not nehmen weiter zu: Schätzungen zufolge leben inzwischen 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung unter der nationalen Armutsgrenze. Viele Familien können sich das Notwendigste kaum noch leisten. Besonders schwer trifft es geflüchtete Menschen: Fast 90 Prozent der syrischen Flüchtlinge im Libanon können ihre Grundbedürfnisse nicht decken.

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So hilft die Caritas:

Aktuell unterstützen wir vor allem mit

  • medizinischer Versorgung und wichtigen Gesundheitsdiensten,
  • psychologischer Unterstützung,
  • Unterkünften für Familien,
  • Zugang zu Bildung,
  • Schutz und Unterstützung von Arbeitsmigrant*innen und besonders schutzbedürftigen Menschen im Libanon.

Die wichtigsten Fakten zur Lage im Libanon

  • Rund 4,1 Millionen Menschen im Libanon sind auf humanitäre Hilfe angewiesen.
  • Über 1,2 Millionen Menschen wurden vetrieben, darunter über 350.000 Kinder.
  • Schätzungen zufolge leben 80 % der libanesischen Bevölkerung und 9 von 10 syrischen Flüchtlingen unter der Armutsgrenze.
  • Rund 2,7 Millionen Menschen verfügen nur über eingeschränkten Zugang zu sicherem Wasser und sanitären Einrichtungen.
  • Der Libanon zählt zu den weltweit am stärksten von Trinkwasserknappheit betroffenen Ländern, verschärft durch wirtschaftlichen Zusammenbruch, Stromknappheit und marode Infrastruktur.
  • Seit Beginn der Krise 2019 hat die libanesische Währung über 90 % ihres Wertes verloren.
  • Trotz sinkender Inflation bleiben die Lebenshaltungskosten hoch, besonders für Menschen, die in der abgewerteten Lira verdienen.
  • Der Libanon beherbergt laut Regierung rund 1,5 Millionen syrische Flüchtlinge, bei UNHCR sind (Stand: Ende Dezember 2025) rund 532.000 registriert.
  • Etwa 38 % der Erwachsenen und mehr als die Hälfte der jungen Menschen (15–24 Jahre) sind arbeitslos.
  • 85 % der Bevölkerung fehlt der Zugang zu notwendigen Medikamenten.
  • Die Stromversorgung ist stark eingeschränkt und unzuverlässig: In einigen Regionen gibt es zwar mittlerweile 4 bis 6 Stunden Strom täglich, die meisten Menschen sind auf teure private Generatoren angewiesen.
  • Die Bildungskrise ist gravierend: Rund 1,3 Millionen Kinder im schulpflichtigen Alter benötigen Unterstützung, um Zugang zu Bildung zu erhalten.
  • Jedes dritte Kind geht nicht zur Schule oder erhält keinen Unterricht.
Einblicke in unsere Hilfe im Libanon
Die Bilder zeigen, wie Caritas und ihre Partnerorganisationen Menschen im Libanon mit Bildung, Gesundheitsversorgung und sozialer Unterstützung begleiten.

Unsere Projekte im Libanon

Das Bildungs-Nothilfe Projekt (Theatre and Play-based Emergency and Post-Emergency Response in Lebanon) wurde mit der NGO Seenaryo geplant, um auf die letzten Eskalationen zwischen Israel und der Hisbollah und den damit einhergehenden enormen Fluchtbewegungen innerhalb des Landes zu reagieren. Knapp 500 öffentliche Schulen mussten schließen, wurden beschädigt oder dienten als Notunterkünfte, über 400.000 Schüler*nnen mussten den Unterricht abbrechen. Mit diesem Projekt werden Kinder (vor allem nach ihrer Rückkehr) unterstützt, mit dem Lernen aufzuholen und dabei auf ihre speziellen Bedürfnisse einzugehen. Seenaryo (ein langjähriger Partner von Caritas Österreich) setzt gezielt auf kreative Aktivitäten wie Theater und Spiel, um die Resilienz und das Selbstvertrauen der betroffenen Kinder zu stärken.

Das Projekt setzt partizipatives Theater und Spiel ein, um Kindern in den von heftigen Kriegsauseinandersetzungen betroffenen Regionen Südlibanon, Baalbek und Bekaa dabei zu helfen, ihre Emotionen, Stress und Traumata auszudrücken und zu verarbeiten. Die Verwendung von Theater und Spiel als Methoden oder Werkzeuge bieten für Kinder, die Kriegserfahrungen gemacht haben oder in Konfliktgebieten leben, eine wertvolle psychosoziale Unterstützung. Theaterkurse tragen dazu bei, die seelischen Wunden von Kindern in und nach Konflikten zu lindern und emotionale Stabilität zurückzugewinnen. Weiters bietet das Projekt unterstützende Maßnahmen im Unterricht an, um den Kindern durch altersgerechte und spielerische Methoden das Lernen zu erleichtern. Gleichzeitig werden Lehrkräfte geschult, ihre Schülerinnen und Schüler sowohl im Lernprozess als auch bei der Bewältigung emotionaler und traumatischer Erfahrungen besser zu unterstützen. Insgesamt umfasst das Projekt über 800 Begünstigte.

  • Projektlaufzeit: 1. September 2025-31. August 2026
  • Fördergeber: Caritas Österreich 

Das libanesische Gesundheitssystem ist nach Jahren im Krisenmodus schwer beschädigt. Diese Schwachstellen im Schutz- und Gesundheitsbereich beeinträchtigen auch das Wohlergehen gefährdeter Mädchen, Buben, Frauen und Männer sowohl aus der libanesischen Bevölkerung, als auch aus Migrantengruppen und geflüchteten Personen. Daher unterstützt das Projekt PHASE (Protection and health assistance in emergencies for vulnerable girls, boys, women and men in Lebanon) aktuell über 14.000 besonders vulnerable Libanes*innen sowie in den Libanon geflüchtete Personen mit Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen. Des Weiteren trägt das Projekt zur Bewältigung von Problemen, die durch den erschwerten Zugang zu Gesundheitsdiensten oder Schutzmaßnahmen, die zu einer psychischen und finanziellen Destabilisierung führen, bei. 

  • Fördergeber: ADA und Caritas Österreich (Eigenmittel)
  • Laufzeit: 01. Dezember 2023 - 31. Juli 2026

Trotz der vielen Herausforderungen innerhalb des Landes bleibt der Libanon ein Zielland für viele asiatische und afrikanische Arbeitsmigrant*innen. Gleichzeitig sind sie dort erheblichen Schutzrisiken ausgesetzt und werden häufig Opfer von Zwangsarbeit. Das Projekt LEA zielt darauf ab, Zwangsarbeit und Ausbeutung im Libanon zu reduzieren, indem der Schutz von Arbeitsmigrant*innen gestärkt und ihr Zugang zu rechtlichen Maßnahmen verbessert wird. LEA richtet sich an staatliche Behörden, Strafverfolgungsbehörden, NGOs und zivilgesellschaftliche Organisationen, um deren Fähigkeiten zur Identifizierung von Opfern von Missbrauch zu stärken und den Zugang zu Justiz und Schutzmechanismen zu verbessern. Mindestens 7.500 Arbeitsmigrant*innen werden über das Projekt LEA erreicht und mit direkten Hilfsleistungen, Sensibilisierung und rechtlichem Beistand im Libanon unterstützt.

  • Fördergeber: EuropeAid, ADA und Caritas Österreich (Eigenmittel)
  • Projektlaufzeit: 1. Jänner 2024-31. Dezember 2026

Ältere Menschen im Libanon gehören zu den am stärksten von der anhaltenden Krise betroffenen Gruppen. Der wirtschaftliche Zusammenbruch, die Eskalation von Gewalt und die massive Binnenflucht verschärfen ihre Isolation und den Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen. Über 97 % der älteren Menschen haben existenzielle Schwierigkeiten (fehlender Transport, finanzielle Probleme oder fehlendes Wissen über Möglichkeiten). Das Projekt SHARE verbessert gezielt den Zugang zu Gesundheitsversorgung und psychosozialer Unterstützung für ältere Menschen (>60 Jahre) in der Region Akkar, einem der ärmsten und am wenigsten entwickelten Gebiete des Landes. Durch mobile Gesundheitsdienste und psychosoziale Betreuung werden besonders gefährdete ältere Personen erreicht. Gemeinschaftliche Aktivitäten fördern zudem den sozialen Zusammenhalt und wirken Isolation sowie Vernachlässigung entgegen. Das Projekt leistet einen wichtigen Beitrag zur Linderung akuter Bedürfnisse und ermöglicht ein würdevolleres Leben inmitten der Krise.

  • Fördergeber: Nachbar in Not, Caritas Wien, Caritas Österreich
  • Projektlaufzeit SHARE I: 1. Jänner 2025 - 31. Dezember 2025 (400 Begünstigte)
  • Projektlaufzeit SHARE II: 1. Februar 2026 - 31. Dezember 2026 (300 Begünstigte)

Dieses Projekt zielt darauf ab, den unmittelbaren psychischen Gesundheitsbedarf von krisenbetroffenen Bevölkerungsgruppen – darunter Geflüchtete, Migrant:innen, Libanes:innen sowie humanitäre Helfer:innen – zu adressieren, indem psychosoziale Unterstützungsangebote (Mental Health and Psychosocial Support, MHPSS) bereitgestellt werden. Diese sollen die psychologischen Auswirkungen der anhaltenden Krise lindern und die langfristige Resilienz stärken. Die Umsetzung erfolgt über zwei Primärgesundheitszentren (Primary Health Care Centres, PHCCs) in Sour/Tyr und Bazourieh sowie über mehrere Amel-Zentren im Süden, in Beirut und Mount Lebanon. Das erste Ziel besteht darin, das psychische und psychosoziale Wohlbefinden von 437 krisenbetroffenen Personen im Süden des Libanon zu verbessern – durch spezialisierte Gesundheitsdienste wie Psychotherapie und psychiatrische Konsultationen. Das zweite Ziel ist es, das Wohlbefinden und die Resilienz von 120 humanitären Helfer:innen in Beirut, dem Libanonberg und dem Süden zu stärken – durch gezielte psychosoziale Unterstützungsmaßnahmen wie PSS-Sitzungen (psychosoziale Unterstützung) und spezifische Psychotherapie.

  • Fördergeber: Nachbar in Not, Caritas Österreich
  • Projektlaufzeit: 1. Juni 2025 – 31. Mai 2026

Dieses Bildungsprojekt wird zusammen mit der Caritas Libanon umgesetzt. Es ermöglicht schutzbedürftigen Kindern Zugang zu qualitativ hochwertigen Bildungsangeboten. Die Kinder werden außerdem durch psychosoziale Maßnahmen unterstützt, um die Folgen von Krieg und Vertreibung bestmöglich bewältigen zu können. Lehrkräfte werden gezielt weitergebildet, um gefährdeten Kindern Schulinhalte lernzentriert und unter Berücksichtigung ihrer besonderen Bedürfnisse vermitteln zu können. Eltern und Erziehungsberechtigte der Kinder werden durch spezielle Angebote in das Programm miteinbezogen. Die Partnerschulen profitieren zudem von einer Verbesserung der schulischen Infrastruktur, die allen Schüler*innen zugutekommt. Das Bildungsprogramm RHEP IV (Regional Holistic Education Programm) unterstützt im Libanon knapp 365 Kinder und Lehrkräfte. 

  • Fördergeber Schuljahr 2025/2026: Caritas Österreich
  • Projektlaufzeit: 1. September 2025 bis 31. August 2026 (über 500 Begünstigte)

Das Bildungsprogramm umfasst dieses Schuljahr im Libanon 3 Schulen der Caritas Libanon, die sich auf Kinder mit verschiedenen Formen von Behinderungen spezialisiert haben. Dabei werden vielfältige Komponenten und Aktivitäten für die verschiedenen Altersgruppen zwischen Kindergartenalter und 18 Jahren angeboten, mit dem Ziel, sie für ein Leben in der Gesellschaft vorzubereiten. 

Reich an Vielfalt, vereint in Menschlichkeit

Zum Internationalen Tag der weiblichen Hausangestellten (Migrant Domestic Workers) feierte Caritas Libanon gemeinsam mit den vielfältigen Migrant*innengemeinschaften im Land ein farbenfrohes Fest voller Musik, Tanz, Mode sowie traditioneller Handwerkskunst.

Kinderschutz

Der Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Missbrauch, Gewalt, Ausbeutung und Vernachlässigung hat in unserer Arbeit oberste Priorität. Mithilfe von Child Safeguarding, dem institutionellen Kinderschutz, gewährleisten wir, dass Kinder innerhalb unserer eigenen Organisation geschützt und in Sicherheit sind. 

Sechs Kinder machen eine koordinierte Gruppenübung in einem bunt dekorierten Klassenraum im Libanon
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