Jahresbericht 2004
Miteinander Füreinander
Im Jahr 2004 haben wir alle nicht nur einen großartigen Menschen und vorbildhaften Christen, sondern auch den vielleicht aufmerksamsten Leser unseres Jahresreports verloren: Der schon traditionelle Anruf des verstorbenen Kardinals Franz König, wenn er die druckfrische Ausgabe in Händen hielt, war stets ein besonderes Geschenk für uns: Seine Fragen, Anregungen, seine Bewunderung und seine Kritik waren getragen von ehrlicher Auseinandersetzung, wachem Interesse und einem tiefen Verständnis für das, was die vom Glauben getragene, gelebte Nächstenhilfe - Caritas - ausmacht. Sein Vermächtnis macht uns Mut, uns weiterhin für Menschen in Not einzusetzen und gleichzeitig ihren stummen Schrei hörbar zu machen.
34.440 Caritas-MitarbeiterInnen und -Mitarbeiter, davon 9.140 hauptberufliche und 25.300 ehrenamtliche sind im Einsatz, um diesen Auftrag zu erfüllen.
Politisch war das Jahr 2004 in unseren Breiten vor allem von der EU-Erweiterung geprägt. Das größere Europa spiegelt sich auch in unserer Arbeit wider: Als Caritas Österreich haben wir gemeinsam mit den dortigen Caritas-Organisationen mitgeholfen, dass soziale Hilfe und Solidarität zugunsten von bedürftigen Menschen auch in diesen Ländern »Europareife« erreicht haben.
Ziel der Caritas ist es neben der Linderung von Not auch immer, die Zivilgesellschaft in den Ländern, in denen wir tätig sind, mitaufzubauen bzw. zu stärken. Im Jahr 2004 durften wir in besonderer Weise die Aufbruchsstimmung miterleben, die ihr Beitritt zur europäischen Staatengemeinschaft bei den neuen Mitgliedern der europäischen Familie bewirkt hat.
Dieses »Miteinander - Füreinander«, das unsere Arbeit im In- und Ausland prägt, wurde im Jahr 2004 auch zum Motto für die österreichweite Informationsoffensive im Bereich der Pflege. Mit diversen Aktionen, wie »Tagen der offenen Tür«, Vorträgen und Diskussionsveranstaltungen machte sich die Caritas in der Öffentlichkeit für ein »Altern in Würde« stark und thematisierte die sozialpolitischen Herausforderungen, die die wachsende Zahl alter Menschen in unserer Gesellschaft mit sich bringt.
Ende des Jahres setzte die Nachricht vom ungeheuren Ausmaß der Tsunami-Katastrophe in Südostasien die ganze Welt unter Schock. Die Welle der Hilfsbereitschaft, auch aus Österreich, ist Ausdruck einer neuen Globalisierung der Mitmenschlichkeit. Den Tsunami-Opfern zeigt sie, dass die Welt sie nicht vergessen hat.
Als Caritas versuchen wir an vielen Orten und für viele Menschen »Not-Wenderin« zu sein. Doch nur im »Miteinander« mit den vielen Spenderinnen und Spendern, Pfarren, Firmen und Sponsoren, den PolitikerInnen und Politikern können wir helfen. Danke!
Franz Küberl, Caritas-Präsident

