2015: Europäisches Jahr für Entwicklung

26.01.15

Landau: "Die EU-Länder haben eine entscheidende Rolle im Kampf gegen Armut und Hunger. Jetzt heißt es, die Chance für eine Trendwende in der EZA zu nutzen."

 "Es ist ein Skandal, dass 805 Millionen Menschen weltweit an Hunger leiden. Wir können den Hunger besiegen, aber dazu braucht es entschiedene Anstrengungen", so Caritas Präsident Michael Landau zur Eröffnung des Europäischen Jahres für Entwicklung. "Wir müssen das Europäische Jahr für Entwicklung zum Anlass nehmen, die EU-Länder im Kampf gegen weltweite Armut und Hunger in die Pflicht zu nehmen. Das Jahr 2015 kann in die Geschichte eingehen als jenes Jahr, in dem in Österreich die Trendwende in der Entwicklungszusammenarbeit vollzogen wurde, hin zu einer gestärkten EZA, die mit einem ausreichenden und gesetzlich verankertem Budget ausgestattet ist."

Die Bundesregierung hat sich im Regierungsprogramm wiederholt dazu bekannt, über einen Stufenplan langfristig die staatlichen Ausgaben für Entwicklungszusammenarbeit auf 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens anzuheben. Derzeit beträgt der Anteil nur 0,28 Prozent.

 

Entwicklungsziele gegen Armut und Hunger

"63 Entwicklungsländer werden das Ziel der Halbierung des Hungers bis 2015 erreichen. Das macht Hoffnung und zeigt, dass wir in der Lage sind, Armut und Hunger zu besiegen", so Landau. "Dennoch können heute Millionen Kinder weltweit - etwa in Syrien, im Nordirak oder der Ukraine - nicht in die Schule gehen und sind Krisen schutzlos ausgeliefert. Die internationale Staatengemeinschaft darf dieses Unrecht nicht tatenlos hinnehmen. Das Europäische Jahr für Entwicklung ist eine hervorragende Möglichkeit, zu zeigen, dass Entwicklungshilfe ein zentraler Hebel ist, um Menschen aus bitterer Armut zu befreien."

 

2015 laufen die Millenniumentwicklungsziele der Vereinten Nationen aus. Vor 15 Jahren hat sich die internationale Staatengemeinschaft die Halbierung von Armut und Hunger zum Ziel gesetzt. Tatsächlich gab es in vergangen Jahren große soziale Fortschritte: Heute leiden 100 Millionen Menschen weniger an Hunger als noch vor 10 Jahren. Investitionen in Landwirtschaft und die Förderung einkommensschaffender Aktivitäten haben dies möglich gemacht. Um die Jahrtausendwende starben jährlich noch über 12 Millionen Kinder weltweit, die meisten von ihnen an vermeidbaren Krankheiten. Diese Zahl konnte etwa durch Impfkampagnen, dem Ausbau von Gesundheitsstationen oder gezielte Maßnahmen gegen Unterernährung halbiert werden. Im Herbst 2015 soll die Staatengemeinschaft Nachfolgeziele beschließen. 

 

#EndHungerby2025

Die Caritas ruft zum Auftakt des Europäischen Jahres Jugendliche unter dem Motto "#EndHungerBy2025"dazu auf, sich für ein Ende von Hunger und Armut einzusetzen.

Im Rahmen der weltweiten Caritas-Kampagne "One human family - food for all" (www.food.caritas.org) machen die europäischen Caritas-Organisationen auf die Rolle Europas im Kampf gegen den weltweiten Hunger aufmerksam. "Die Mitgliedsstaaten der EU müssen ihre Entwicklungshilfeversprechen endlich einlösen, kleinbäuerliche Landwirtschaft fördern und gezielt Maßnahmen gegen Unterernährung bei Kindern unter fünf Jahren unterstützen", fordert Caritas Auslandshilfegeneralsekretär Christoph Schweifer. "Die EU-Agrarpolitik, Nahrungsmittelspekulation, Investitionen europäischer Unternehmen in Entwicklungsländern sowie die europäische Politik zu Agrartreibstoffen dürfen den Kampf gegen den Hunger nicht behindern."

 

Die Caritas Österreich unterstützt mit jährlich rund 500 Hilfsprojekten in den ärmsten Ländern der Welt Familien dabei, vom Ertrag ihrer Felder leben zu können, Kindern den Zugang zu Bildung zu ermöglichen und in Humanitären Krisen die schlimmste Not zu lindern.