Bischof Scheuer: „Das Massensterben im Mittelmeer ist eine Niederlage für uns alle!“

08.05.15

Caritas Bischof Manfred Scheuer unterstützt die Initiative „Gegen Unrecht“

"In den vergangenen Jahrzehnten wurde immer wieder beteuert, dass Europa nicht zu einer Wohlstandsfestung werden dürfe, sondern ein ‚Leuchtturm der Freiheit und des Respekts vor der menschlichen Würde‘ bleiben müsse. Trotzdem werden an den Außengrenzen der EU immer mehr unüberwindbare Hürden für Schutzsuchende ausgebaut", so Caritas Bischof Manfred Scheuer. "Das Mittelmeer darf nicht zu einer Todeszone der Gleichgültigkeit werden. Die Rettung von Menschenleben ist eine humane Pflicht, die dem moralischen Selbstanspruch Europas geschuldet ist."

Im Mittelmeer hatte es in den vergangenen Wochen mehrere Flüchtlingskatastrophen gegeben, bei denen hunderte Menschen ertranken. Schätzungen zufolge kamen seit Jahresbeginn mehr als 1.750 Menschen bei der Überfahrt über das Mittelmeer ums Leben.

"Wir wohnen in einem der reichsten Länder der Welt und haben auf lange Sicht weder das Recht noch die Chance, unser Land durch strenge Asylgesetze und zum Teil unmenschliche Abschiebepraktiken vor der Not von Flüchtlingen 'sicher' zu machen", erläutert Bischof Scheuer. "Die Allgemeine Menschenrechtserklärung der Vereinten Nationen stellt ausdrücklich fest, dass jeder Mensch das Recht hat, jedes Land, einschließlich seines eigenen, zu verlassen sowie in sein Land zurückzukehren. In einer globalisierten Welt kann nur das Teilen mit den Armen und weltweite Solidarität vor derartigen Flüchtlingskatastrophen bewahren."

Caritas Bischof Scheuer: "Europa muss sich - wir alle müssen uns -für die alltäglichen Dramen im Mittelmeer verantwortlich fühlen. Diese unsere Brüder und Schwestern sind auf der Suche nach einem besseren Leben für sich und ihre Familien. Viele von ihnen finden nur den Tod im Mittelmeer."

Petition auf www.gegen-unrecht.at unterzeichnen

Tausende Menschen sagen bereits ‚Stoppen wir das Massensterben im Mittelmeer‘. Jeder und jede von uns kann ein Zeichen setzen und dadurch die politischen Entscheidungsträger ermutigen, wichtige Schritte zu einer menschlichen Flüchtlingspolitik zu setzen. Eine andere Politik ist möglich, setzen wir gemeinsam ein Zeichen der Solidarität und Nächstenliebe!

Die Initiative "Gegen Unrecht" macht sich für eine Trendwende in der Asyl- und Flüchtlingspolitik stark. Mehr als 39.000 ÖsterreicherInnen haben sich auf www.gegen-unrecht.at bereits mit ihrer Unterschrift für eine andere europäische Flüchtlingspolitik ausgesprochen - für Menschenrechte und Lebensrettung.