Nepal: 6 Monate nach der Erdbebenkatastrophe

23.10.15

Am 25. April 2015 erschütterte das erste von zwei gewaltigen Erdbeben Nepal, Dutzende Nachbeben folgten. Mehr als 8.800 Menschen starben, 22.000 wurden verletzt. "Ein halbes Jahr nach der Katastrophe hat die Caritas die unmittelbare Nothilfe abgeschlossen: Mehr als 43.000 Menschen wurden mit Nahrungsmitteln, Notunterkünften, Hygienekits und Medikamenten versorgt", schildert Caritas Auslandshilfe Generalsekretär Christoph Schweifer. "Durch die Verteilung von provisorischen Schulzelten konnten 5.700 Kinder wieder in einen geregelten Schulalltag integriert werden. Vor dem Winter werden jetzt die vorübergehenden Unterkünfte winterfest gemacht. Mit unseren lokalen Partnern versorgen wird die Menschen mit warmer Kleidung, Decken, Planen, Isoliermaterialien, Heizöfen und Solarlampen."

Endlich wieder ein Dach über dem Kopf

Der Ehemann von Binda Magar aus dem Dorf Kadambas in Sindhupalchowk ist bei dem Erdbeben gestorben, ihr gemeinsames Haus wurde vollständig zerstört. Wie die meisten Häuser im Projektgebiet bestand das Haus aus einfachsten Materialien wie Stein, Mörtel und Holz und war von der Familie selbst gebaut worden. "Ich bin unendlich dankbar für die Wellblechplatten und die Hilfe der engagierten Handwerker, die ich von der Caritas erhalten habe", erzählt die Frau. "Ich weiß nicht, was die Zukunft bringen wird, aber jetzt haben wir zumindest wieder ein Dach über dem Kopf."

Caritas hilft in schwer zugänglichen, ländlichen Regionen

"Unsere Hilfe konzentriert sich auf besonders abgelegene Regionen in Sindhupalchowk, Gorkha, Kavre und Ramechhap, die während der Monsunzeit teilweise unzugänglich sind", berichtet Schweifer. "Unser Dank gilt den Österreicherinnen und Österreichern, die den raschen Ankauf und die Verteilung von Planen, Matten, Decken, Wellblech, Werkzeugen erst möglich gemacht haben. Insgesamt wurden 4,5 Millionen Euro an Spenden für Erdbebenopfer gesammelt. Ohne diese bemerkenswerte Hilfsbereitschaft wäre die verarmte Landbevölkerung in diesen Gebieten dem Monsunregen schutzlos ausgeliefert gewesen."

Angesichts des enormen Ausmaßes der Zerstörung wird die Caritas die Erdbebenopfer auch in Zukunft weiter unterstützen. Caritas Helferin Eva Fleissner berichtet aus Nepal: "Nach der Nothilfe steht der Wiederaufbau der zerstörten Häuser und Bildungseinrichtungen im Mittelpunkt. Dabei wird die lokale Bevölkerung intensiv eingebunden. Wir bieten Schulungen in erdbebensicheren Bautechniken und die Möglichkeit, sich an Cash-for-Work Programmen zu beteiligen. Bei allen Wiederaufbauprojekten steht der sorgsame Umgang mit den vorhandenen natürlichen Ressourcen sowie bauliche Maßnahmen zur Katastrophenvorsorge auf Gemeindeebene im Fokus."

Winterhilfe ist Überlebenshilfe

"Noch immer leben hunderttausende Menschen in Nepal in Zelten, Camps und provisorischen Unterkünften. Der Winter steht vor der Tür, es wird bereits spürbar kälter. Daher müssen wir jetzt die Menschen mit warmer Kleidung, Decken, Planen, Isoliermaterialien, Heizöfen und Solarlampen versorgen", schildert Fleissner. Der Bedarf ist enorm, denn mehr als 81.000 Haushalte in den vom Erdbeben verwüsteten Regionen Nepals befinden sich auf einer Höhe von über 1.500 Meter, wo es in den Wintermonaten besonders kalt wird.

"Die Menschen in Nepal haben unglaubliches Durchhaltevermögen und alle Energie in die Aufräumarbeiten und den Bau von Notunterkünften investiert. Um ihr Überleben unter den zu erwartenden Wetterbedingungen zu garantieren, brauchen sie jetzt unsere Unterstützung", appelliert Caritas Auslandshilfe-Chef Schweifer. "Mit der Hilfe aus Österreich werden wir dafür sorgen, dass sie Kälte, Nässe und Schnee trotzen können. Danke für Ihr Engagement!"

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