„Being active without Barriers“

03.12.15

Am 3. Dezember ist der Internationale Tag für Menschen mit Behinderungen. Caritas Österreich und Caritas Albanien arbeiten zusammen für mehr Chancengleichheit für Menschen mit Behinderung in Albanien.

Im Dezember 2012 hat Albanien wie Österreich die UN Konvention für Menschen mit Behinderungen unterzeichnet. Dennoch ist noch ein weiter Weg bis die Rechte von Menschen mit Behinderung voll respektiert werden und Barrieren, die die volle Teilhabe von Menschen mit Behinderung verhindern, abgebaut sind. Menschen mit Behinderungen sind in ihren Gemeinschaften mit ihren Bedürfnissen, Interessen und Fähigkeiten nicht anerkannt. Rechte von Personen mit Behinderungen werden nach wie vor vernachlässigt. Menschen mit Behinderungen werden in Albanien nicht in Entscheidungsprozesse eingebunden und können sich in der Öffentlichkeit schwer Gehör verschaffen. Zudem ist die Sozialhilfe zu wenig ausgebaut.

Die Caritas hat in den vergangenen Jahren verschiedene Initiativen gesetzt, um die Situation von Menschen mit Behinderung in Albanien zu verbessern und diese Personengruppe mit ihrer Stimme, ihren Bedürfnissen und Fähigkeiten in der Öffentlichkeit stärker sichtbar zu machen.

 

„Being active without Barriers“

Das von der Austrian Development Agency (ADA) geförderte Projekt „Being active without Barriers“ baut auf den bisherigen Erfahrungen auf und wurde von Menschen mit Behinderungen bzw. deren Familien und von Interessensverbänden mitentwickelt. Ein wichtiges Ziel ist, Menschen mit Behinderung die per Gesetz zugestandenen Rechte zukommen zu lassen. Denn oft fehlt es schlicht an entsprechenden Behörden und Servicestellen und Beratungseinrichtungen, damit diese Menschen zu ihren Rechten kommen.

In drei Regionen, in den Städten Lac, Vau Djes und Lezhe, werden die bestehenden Einrichtungen für Menschen mit Beeinträchtigung analysiert und das Verbesserungspotential gemeinsam mit den Behörden diskutiert. Die Erkenntnisse werden zudem für regionale Rehabilitationsprogramme und Inklusionspläne für die jeweiligen Regionen genutzt. 

 

Beratung auf Augenhöhe

Die Caritas hat drei neue Beratungs- und Servicestellen für Menschen mit Behinderung eröffnet, in der auch nach dem sogenannten Peer-Counseling-Prinzip beraten wird. Das heißt, dass selbst von einer Behinderung betroffene Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen andere Menschen mit Behinderungen beraten. Die Berater und Beraterinnen teilen mit den Ratsuchenden ihre eigenen Geschichten vom Leben mit Behinderung, geben nützliche Tipps und Wissen über Unterstützungsmöglicheiten weiter. So entsteht ein Austausch auf Augenhöhe, in dem es den Ratsuchenden oft leichter fällt über die eigenen Gefühle , Wünsche und Erfahrungen zu sprechen. 

Zusätzlich zu diesen Anlaufstellen beraten mobilen Teams vor Ort. Im Vorjahr konnten mehr als 350 Menschen mit Behinderungen intensiv dabei unterstützt werden, ihr Leben selbstbestimmt gestalten zu können. 

 

Inklusive Entwicklungszusammenarbeit der Caritas

Menschen mit Behinderungen gehören oft zu den ärmsten und am meisten benachteiligten Mitgliedern der Gesellschaft. Weltweit gibt es nach Schätzungen der UNO 650 Millionen Menschen mit Behinderungen. Zählt man Familien oder engeres Umfeld dazu, sind etwa 2,5 Milliarden Menschen direkt oder indirekt betroffen.

Von diesen 650 Millionen Menschen...

  • ...sind 20% extrem arm und müssen mit weniger als 1 USD pro Tag überleben.
  • ...leben 80% in Entwicklungsländern.
  • ...haben 98% keinen Zugang zu Rehabilitationsmaßnahmen.
  • ...sind  über 85% arbeitslos.
  • ...sterben 80% der Kinder vor der Erreichung des 5. Lebensjahres.
  • ...haben 98% der Kinder keine Grundschule besucht.

Die Caritas ist darum bemüht, in den von ihr durchgeführten Programmen, Projekten und Initiativenn die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen zu berücksichtigen. Es ist das Ziel, Projekte inklusiv zu planen, Indikatoren inklusiv zu formulieren und die Projekte entsprechend umzusetzen und zu evaluieren. Dies gilt sowohl für die langfristige Entwicklungszusammenarbeit als auch für Katastrophen- und Wiederaufbauhilfe.

 

So unterstützt die Caritas Menschen mit Behinderungen

  • Aufbau oder Unterstützung von Tagesbetreuungsstätten für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen.
  • Orthopädische Operationen, die Kinder eine dauerhafte Mobilität verschaffen.
  • Sensibilisierungskampagnen, die Menschen mit Behinderung eine Inklusion in die Gesellschaft erleichtern.
  • Einführung von inklusivem Turnunterricht in Volks- und Mittelschulen.
  • Unterstützung von Schulen und Internaten, in denen blinde oder gehörlose Menschen unterrichtet werden.
  • Inklusion von Kindern mit Behinderung im Schulunterricht.

Derzeit gibt es insgesamt 37 Projekte für Menschen mit Behinderung, in 11 Ländern weltweit. 24 Projekte in Europa, hier hauptsächlich in Albanien, Bosnien-Herzegowina, in der Ukraine, und in Weißrussland,10 in Afrika zwei in Syrien.