Unruhen in Burundi

17.12.15

Am Freitag, den 11. Dezember, fanden gleichzeitig drei Angriffe auf Militärstationen in der Stadt Bujumbura statt. Die Regierung bezeichnet die Attentäter als Rebellen, die den Staat destabilisieren wollen, und meldet 87 Tote. Am Morgen des 14. Dezember lagen über 40 Leichen von zumeist jungen Männern in den Straßen der Hauptstadt, ein Phänomen, das in den letzten Wochen traurige Routine geworden ist. Medien bezeichnen die Krise bereits als Bürgerkrieg. UNO schätzt die Zahl der Toten der vergangenen Tage auf rund 200 und hat für kommenden Donnerstag eine außerordentliche Sitzung des Menschenrechtsrates in Genf einberufen, in der über eine Untersuchung von Menschenrechtsverletzungen debattiert werden soll.

Medien warnen schon seit längerem vor einer weiteren Eskalation und befürchten ein Abgleiten in einen ethnischen Konflikt zwischen Hutu und Tutsi, ähnlich jenem Anfang der 90er Jahre, der in Burundi rund 300.000 Menschenleben gefordert hatte.

Mit den Ereignissen der letzten Tage hat die politische Krise in Burundi einen weiteren traurigen Höhepunkt erreicht. Im April hat der regierende Präsident Pierre Nkurunziza seine Kandidatur für die heurigen Präsidentschaftswahlen und damit für eine nicht verfassungskonforme dritte Amtszeit bekannt gegeben. Unter Protest der Zivilgesellschaft und Boykott eines Großteils der Opposition wurden die Wahlen am 21. Juli abgehalten, bei denen Nkurunziza mit 69% der abgegebenen Stimme wiedergewählt wurde. Seitdem kommt es regelmäßig zu gezielten Attentaten auf PolitikerInnen, Militärs, JournalistInnen und MenschenrechtsaktivistInnen. Über 200.000 Menschen sind seit April in das benachbarte Ausland, vor allem nach Ruanda, geflüchtet.

So hilft die Caritas

Die Caritas Burundi verteilt seit April Lebensmittel in der Hauptstadt Bujumbura und versorgt Kinder, die aufgrund der Krise von ihren Eltern getrennt leben. Die Caritas Österreich hat die Caritas Ruanda im April mit 20.000 Euro für die Versorgung von Flüchtlingen aus Burundi im Camp Mahama unterstützt und hat weitere 20.000 Euro für die Caritas Burundi zugesagt. 

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