Dürre in Äthiopien – Caritas Mitarbeiterin Marion Burger berichtet über ihren Besuch in Dugda Woreda

12.02.16

Dürre in Aethiopien. Der Himmel ist strahlend blau und die Sonne scheint. Vereinzelte Bäume stecken im ausgetrockneten Boden.

Heute fahre ich nach Meja Lalu mit Tefere. Die Diözese Meja Lalu steht seit Langem in freundschaftlicher Verbindung zu Caritas Vorarlberg. Bei der Ankunft werden wir von den Ältesten der Gemeinde herzlich begrüßt. Sie erzählen mir, dass die Bevölkerung stark unter der anhaltenden Dürre leidet und die letzte Ernte daher sehr ärmlich ausgefallen ist. Lange hat die Gemeinde diese Bedingungen ausgehalten. Nun aber ist der letzte Vorrat aufgebraucht und viele Familien verkaufen ihr Vieh, um Essen kaufen zu können. Die Regierung hat Unterstützung versprochen. Diese ist allerdings bisher noch nicht erfolgt und würde wahrscheinlich auch nicht ausreichen, damit die Bevölkerung überleben kann. 

 

Wir besuchen ein älteres Ehepaar. In ihrer Hütte steht ein Plastikkanister, mit dem die Frau jeden Tag Wasser von einer Wasserstelle holt, die mehr als 4km entfernt liegt. Das Ehepaar hat keine Kinder, sodass die Dürre ohne zusätzliche Hilfe für sie besonders hart ist. Sie zeigen auch mir ihren Getreidesack, der schon fast leer ist. 

 

Als wir unsere Fahrt fortsetzen fahren wir immer wieder an abgesägten Baumstümpfen vorbei. Tefere erklärt mir, dass die Familien anfangen haben die Bäume zu fällen, um daraus Holzkohle zu machen. Diese verkaufen sie in Meki. Durch die fehlenden Bäume wird die Trockenheit im Land zusätzlich verstärkt. Aber wer kann es den Menschen übel nehmen? Ein Vater mit 13 Kindern wird alles unternehmen, damit seine Familie etwas zu essen hat. 

 

Auf unserem Rückweg nach Meki kommen wir an einer Wasserausgabestelle vorbei. Viele Kinder warten dort mit ihren Plastikkanister auf das Tankfahrzeug der Regierung. Keiner weiß wann das Tankfahrzeug kommt. Nichtsdestotrotz, sind die Kinder fröhlich. Aber wenn der Regen oder die Unterstützung der Regierung nicht bald kommt, wird den Kindern bald die  Energie und Kraft ausgehen. 

 

 

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