Internationaler Frauentag - Caritas unterstützt 30.000 Frauen in Österreich und weltweit

04.03.16

Menschen arbeiten auf einem Gemüsefeld im Senegal

Foto: Caritas Österreich

Landau: „Immer noch werden Frauen benachteiligt – international und in Österreich. Dies als Tatsache zu akzeptieren, geht gar nicht. Wir müssen uns entschieden für mehr Geschlechtergerechtigkeit einsetzen.“

„Es reicht nicht, sich am Papier für die Unterstützung von Frauen einzusetzen. Deshalb hat die Caritas Österreich seit vergangenem September sieben zusätzliche Projekte speziell für Frauen gestartet. Unter anderem in den Bereichen Gewaltprävention, Ernährungssicherung und Alphabetisierung können wir aktuell 30.000 Frauen unterstützen“, so Angelika Simma, Kommunikationsleiterin Caritas Österreich und Mitglied der Geschäftsführung. „Projekte, deren Zielsetzung darin besteht, Frauen in ihrem Selbstbewusstsein und in der Verbesserung ihrer Ausbildung zu unterstützen, führen immer zu einer nachhaltigen Verbesserung in der Lebenssituation der jeweiligen gesamten Gesellschaft!“

Laut UN leben Frauen heute länger, sind besser gebildet und heiraten später als noch vor 20 Jahren. Dennoch: Millionen Frauen sind Analphabetinnen und haben Berufe, in denen sie wenig oder nichts verdienen. Mädchen und Frauen sind Opfer von Gewalt, ihnen werden gleiche Chancen bei Bildung und Arbeit verwehrt und sie sind von Führungspositionen ausgeschlossen.

„Global gesehen sind zwei Drittel der Analphabeten weiblich. Nur die Hälfte der Frauen im erwerbstätigen Alter hat tatsächlich Arbeit. Viele Frauen sind im Niedriglohnsektor tätig. Zudem sind Frauen öfter teilzeitbeschäftigt, arbeitslos oder arbeiteten ohne Lohn für ein anderes Familienmitglied“, erklärt Sabine Wartha, Leiterin der Humanitären Hilfe der Caritas Österreich: „Die Differenz bei den Löhnen für Männer und Frauen ist in Österreich so groß wie in kaum einem anderen europäischen Land. Große Unterschiede gibt es auch bei unbezahlten Tätigkeiten: In Industriestaaten kümmern sich Frauen demnach pro Tag rund zwei Stunden länger um den Haushalt als Männer.“

 

Internationale Caritas Projekte für Frauen

 

Libanon: Frauenhaus für syrische Frauen und Mädchen

Von Gewalt betroffenen Frauen und Mädchen, aber auch ihre Kinder, erhalten in drei Frauenhäusern Schutz, psychosoziale und medizinische Betreuung und rechtliche Beratung. Zudem werden Alphabetisierungskurse, Kompetenztrainings, aber auch eine Kunsttherapie angeboten. Für Kinder gibt es Bildungs- und Freizeitaktivitäten. 

Gumbo, Südsudan: Schutz für Frauen auf der Flucht

Infolge des 2013 ausgebrochenen Bürgerkrieges haben viele Familien im Dorf Gumbo, nahe der Hauptstadt Juba, Schutz gesucht. 339 Flüchtlingsfamilien – mehrheitlich Frauen und Kinder - werden dort von den Salesianern Don Bosco in der Pfarre St. Vincent de Paul versorgt. Um die Frauen vor geschlechtsspezifischer Gewalt zu schützen, wurde ein Sicherheitszaun rund um das Camp errichtet. Die BewohnerInnen werden mit Nahrungsmitteln und medizinisch versorgt. Sechs VolksschullehrerInnen ermöglichen Flüchtlingskindern Zugang zu Bildung.

Provinz Katanga, Demokratische Republik Kongo: Alphabetisierung

In Kleingruppen lernen Frauen Lesen, Schreiben und Rechnen. Die Frauen verwalten eine gemeinsame Sparkasse. Das Geld für die Sparkasse wird durch den Verkauf von landwirtschaftlichen Produkten erwirtschaftet und im Bedarf als Mikrokredit ausgegeben. Ziel des Programmes ist, dass die Frauen nach drei Jahren nicht nur Lesen, Schreiben und Rechnen können, sondern durch den Verkauf von landwirtschaftlichen Erzeugnissen auch die Lebenssituation ihrer Familien nachhaltig verbessern können.

 

Caritas Projekte für Frauen in Österreich

 

Linz: Beratungsstelle LENA 

Die Beratungsstelle LENA bietet vertrauliche Beratung und Unterstützung für Menschen, die als Prostituierte tätig sind bzw. waren. Die Angebote der Beratungsstelle LENA sind kostenlos.

Wien: Beratungsstelle für Frauen und Mädchen mit Migrationshintergrund

Mit dem Zentrum für Frauengesundheit bietet die Caritas Wien Beratung ein umfassendes, mehrsprachiges Angebot für Frauen und Mädchen mit Migrationshintergrund. Die Leistungen umfassen Gesundheitsvorsorge, Ernährungsberatung, Sexualität und Familienplanung, Schwangerschaft und Geburt, Psychologische Beratung und Suchtprävention.

Graz: Schutz und Beratung für Frauen auf der Flucht

60 bis 70 Asylwerberinnen, vorwiegend Alleinerzieherinnen mit ihren Kindern, schwangere- bzw. allein lebende Frauen, erhalten im Rahmen der Grundversorgung Unterkunft, rechtliche Beratung und Deutschkurse. Zudem können die Frauen Workshops besuchen und an Ausflügen für die Kinder teilnehmen.

 

(Presseaussendungen 4.3.2016)