Nepal: 1 Jahr nach der Erdbebenkatastrophe

22.04.16

Caritas Auslandshilfe-Chef Schweifer aus Nepal: „Das Land kämpft bis heute mit den Folgen der Erdbebenkatastrophe. Die Menschen brauchen weiter unsere Hilfe beim Wiederaufbau.“

Am 25. April 2015 erschütterte ein gewaltiges Erdbeben Nepal, dutzende Nachbeben folgten. Rund 8.800 Menschen starben, mehr als 22.000 wurden verletzt, eine halbe Million Häuser zerstört. „Durch die Hilfe der österreichischen Caritas wurden in der ersten Nothilfe mehr als 40.000 Menschen mit Nahrungsmitteln, Notunterkünften, Hygienekits und Medikamenten versorgt. In Gegenden wo z.B. Planen und Wellblech erhältlich waren, erhielten betroffene Familien finanzielle Unterstützung“, schildert Caritas Auslandshilfe Generalsekretär Christoph Schweifer. „Durch die Verteilung von provisorischen Schulzelten konnten 5.700 Kinder wieder in einen geregelten Schulalltag integriert werden. Über die Wintermonate erhielten die Menschen warme Kleidung, Decken, Planen, Isoliermaterialien, Werkzeug und Solarlampen.“

 

Viele Menschen leben nach wie vor in Notbehausungen

Nach der akuten Nothilfe geht es auch ein Jahr nach dem Beben darum, die Menschen, die alles verloren haben, beim Wiederaufbau und der Wiederherstellung ihrer Lebensgrundlagen zu unterstützen. Doch innenpolitische Konflikte und außenpolitische Spannungen haben den Wiederaufbau erschwert. "Der Mangel an Benzin und Diesel war ein großes Problem. Es war sehr schwierig, Baumaterialien, Gas oder Medikamente in die betroffenen Regionen zu bringen“, erklärt Schweifer, der vergangene Woche zum Lokalaugenschein in Nepal war. „Aufgrund der Verzögerungen beim Wiederaufbau leben die meisten Erdbebenopfer ein Jahr nach dem Beben nach wie vor in Notbehausungen. Vor allem arme Familien brauchen weiterhin dringend unsere Hilfe.“

Als Folge der Beben ist das Wirtschaftswachstum in Nepal eingebrochen, etwa 700.000 Menschen sind akut armutsgefährdet. Insgesamt leben 40% der Bevölkerung unter der Armutsgrenze. Nach Einschätzung von Expertinnen und Experten werden die Menschen in Nepal noch mehrere Jahre internationale Hilfe für den Wiederaufbau benötigen.

 

Wiederaufbauhilfe und Wiederherstellung der Lebensgrundlage

Caritas Auslandshilfe-Chef Schweifer: „Im Zentrum unserer Hilfe steht weiter der Wiederaufbau zerstörter Schulen, Gesundheitsstationen und privater Wohnhäuser. Mit unseren Partnern vor Ort unterstützen wir die Menschen dabei, ihre Häuser selbstständig erdbebensicher aufbauen zu können. Dank der Hilfe aus Österreich, die auch durch die ORF-Hilfsaktion Nachbar in Not möglich ist, werden zum Beispiel Saatgut, Tierfutter und landwirtschaftliche Geräte verteilt und den Menschen so ihre Lebensgrundlage zurückgegeben. Danke für Ihre Unterstützung!“

 

(Presseaussendung 22.4.2016)