Caritas sieht in Notverordnung keine Lösung

08.09.16

Die Caritas sieht in der Notverordnung der Regierung weiterhin keine Lösung zur Bewältigung der Flüchtlingskrise. Es brauche jetzt keine nationalstaatlichen Alleingänge, sagte Caritas Präsident Michael Landau am Donnerstag im Gespräch mit der APA. An die Bundesregierung appellierte er zudem, sich in der Begutachtungsphase Zeit zu nehmen und die Maßnahme genau zu überdenken.

"Abschottung ist keine Lösung, hier wird es einen europäischen Weg brauchen", betonte Landau abermals. Der Caritas Präsident sieht weiterhin keine Flüchtlings-, sondern eine Solidaritätskrise in der Union. Für "problematisch" hält es Landau, nun eine Notlage "herbeizureden" oder sogar "herbeizuadministrieren". Sein Rat an die Regierung lautet, die gleiche Energie in die Ursachenbekämpfung der Flüchtlingsbewegung wie in die Notverordnung zu investieren.

Sollte es zu keiner gemeinsamen europäischen Lösung kommen, hat Landau laut eigener Aussage Verständnis dafür, wenn sich kleinere Staaten zusammentun, um ein gemeinsames Vorgehen zu überlegen. Allerdings müsse auch hier die Menschenwürde im Mittelpunkt stehen. "Ich glaube, die Österreicher wollen keine Elendszonen an den Grenzen", sagte Landau.

Quelle: APA