Caritas zum Welternährungstag: Hunger ist kein Schicksal, Hunger ist ein Skandal!

14.10.16

Landau: „Hunger zu bekämpfen ist eine unserer dringendsten gemeinsamen Aufgaben. So lange Kinder an Hunger sterben, haben wir als Gesellschaft versagt!“

 

Weltweit leiden 800 Millionen Menschen an Hunger, das sind 11 Prozent der Weltbevölkerung. 800 Millionen Menschen haben in einer Welt, in der eigentlich genug für alle produziert wird, nicht genug zu essen.


Caritas Präsident Michael Landau: „Ausreichende und ausgewogene Ernährung ist die Grundbedingung für ein Leben in Würde. Wir haben als Menschheit so viel geschafft. Wir fliegen ganz selbstverständlich zum Mond und können mit einem Mausklick weltweit kommunizieren. Dass in einer solchen Welt noch immer alle 10 Sekunden ein Kind an Hunger stirbt, ist unfassbar! So lange Kinder an Hunger sterben, haben wir als Gesellschaft versagt!“

 

Hunger ist von Menschen gemacht
Hunger ist kein hinzunehmendes Schicksal, sondern gemacht: Krieg, Klimawandel, Armut und unzureichende Nahrungsmittelproduktion in den ärmsten Ländern sind Hauptursachen für Hunger. Aber auch Gleichgültigkeit, Ausbeutung und ungehemmte Gewinnmaximierung haben daran Anteil.
Landau: „Jedes Land der Welt sollte die Grundversorgung seiner Bevölkerung mit eigenen Nahrungsmitteln gewährleisten können. Leider sind noch immer viele Länder Afrikas auf Importe von Grundnahrungsmittel, wie Getreide, angewiesen. Und immer noch werden Billig-Produkte in die ärmsten Länder exportiert, mit denen die Bauern vor Ort nicht konkurrieren können. Große Agrarkonzerne sehen gerade diese Länder auch als neuen Markt, um ihr Saatgut, ihren Dünger und die zusätzlich notwendigen Pestizide abzusetzen.“

 

Entwicklungsziele als Masterplan für eine gerechte Welt
Im vergangenen Jahr haben sich die UN, die Vereinten Nationen, auf die SDGs, die gemeinsamen nachhaltigen Entwicklungsziele, geeinigt. Damit wurde ein weltweiter Masterplan für eine gerechte Welt, u.a. für ein Ende des Hungers bis zum Jahr 2030, aufgestellt.
Eine der wichtigsten Aufgaben: Gezielt soll in bäuerliche Betriebe investiert werden, damit sie nachhaltig Lebensmittel anbauen können, sich selbst und die umliegenden Städte versorgen können.
Landau: „Lokale Landwirtschaft zu unterstützen, ist der Schlüssel zur Hungerbekämpfung! Auch im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit. Ich hoffe, die von der Bundesregierung zugesagten, zusätzlichen EZA-Mittel werden genau hier ansetzen. Ein kleines, international gesehen wohlhabendes Land wie Österreich, kann einen entscheidenden Beitrag leisten und Leben retten. Und gerade die bäuerliche Landwirtschaft hat in Österreich eine gute Tradition.“

 

Caritas-Arbeit zur Hungerbekämpfung:
- Die Caritas unterstützt weltweit 270.000 Menschen mit langfristigen Maßnahmen im Kampf gegen den Hunger. Mit Schulungen, Saatgut, Nutztieren, Ernährungsberatung und Brunnenbau.

- Im Rahmen der Nothilfe werden in Krisengebieten Nahrungsmittelpaket verteilt und Kleinkinder in Ernährungszentren versorgt.

 

(Presseaussendung 14.10.2016)