Caritas Europa: Nothilfe auf der Balkanroute

23.01.17

Ein Caritas Mitarbeiter gibt ein Lebensmittelpaket an einen Flüchtling und sein Kind.

Foto: Caritas

Die Winterzeit hebt die Situation von Menschen hervor, die mit extremen Wetterbedingungen umgehen müssen. Dies betrifft besonders Flüchtlinge und MigrantInnen, wie der Zustand in Griechenland und Serbien zeigt. 

 

Situation in Griechenland

Laut Maria Alverti, Direktorin der Caritas Griechenland, waren „im Norden Griechenlands bereits im Dezember Temperaturen nahe des Nullpunkts alltäglich. Die meisten Menschen wurden in Containern untergebracht, wo es jedoch auch nicht warm ist. Das, was in den letzten Tagen passiert ist, ist zu viel für jeden, nicht nur für Menschen auf der Flucht. Es gibt kein fließendes Wasser, da durch die extreme Kälte alle Leitungen beschädigt werden. Der Strom fällt ebenfalls in vielen Lagern aus.“

 

Container, Möbel, Kochgeräte für Bedürftige

Die eisigen Temperaturen sind in einem solch südlichen Teil Europas nicht sehr verbreitet. Die Caritas Griechenland hilft ungeschützten/verwundbaren Familien mit monatlichen Gutscheinen für dringliche Güter, genauso wie für die Installation und den Bau von Containern, Möbeln und Kochgeräten. Darüber hinaus stellt die Caritas Nahrung an Schulen zur Verfügung und unterstützt Flüchtlinge und MigrantInnen mit Nahrungsmitteln und weiteren Installationen, wie Hygieneeinrichtungen und fördert Aktivitäten zur Integration.

 

Situation in Serbien

In Serbien sind Winter normalerweise kälter. Die Temperaturunterschiede im Norden und Süden des Landes zählen durchschnittlich 0 Grad Celsius im Jänner. Momentan sind 7.200 Flüchtende in Lagern registriert. Die Bedingungen dort sind nicht ausreichend. Zusätzlich leiden viele ärmere Serben und unregistrierte MigrantInnen, speziell in Belgrad, an der Kälte.

 

Nicht nur Flüchtlinge betroffen

Darko Tot, nationaler Koordinator der Caritas Serbien, beschreibt die schreckliche Situation: „Flüchtlinge und arme Menschen, speziell ärmere Roma und lokale EinwohnerInnen, stehen vor großen Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Feuerholz, was immer noch als geläufiges Heizungsmittel für die Mehrheit serbischer Häuser in kleineren Orten und Dörfern gilt. Durch die androhende weitere extreme Kälte im Jänner wird das Heizen der spärlich erbauten Häuser immer kritischer. Viele Familien müssen fast all ihr Feuerholz, das für die gesamte Wintersaison geplant war, für diesen Zeitraum aufbringen. Dazu kommt, dass gleichzeitig alle Lieferungen von Holz durch die große Menge an Schnee und die niedrigen Temperaturen gestoppt werden mussten.“

 

Organisationen und Freiwillige überfordert

Die Situation in diesem Land ist extrem komplex. Die Kapazität der unterschiedlichen Institutionen, Organisationen und Freiwilligen sind bereits ausgeschöpft und werden zusehends überschritten. Sie ringen damit, täglich warme Mahlzeiten bereitzustellen, und sind meist von externer Unterstützung abhängig. Nun ist es wichtig, im Voraus zu planen sowie Mittel und Mechanismen, die Flexibilität zulassen, sicherzustellen.

 

Caritas Serbien hilft mit Feuerholz, Lebensmitteln, Hygieneartikeln

Die Caritas in Serbien hilft Familien mit der Beschaffung von Feuerholz und Öfen sowie mit der Bezahlung der Stromrechnung. Zudem bietet die Caritas Grundnahrungsmittel, Hygieneartikel, Medikamente und Vitamine, aber auch andere Massenartikel wie Kleidung, Schuhe, Decken, Baby-Pflegemittel, etc. an. In Flüchtlingslagern hilft die Caritas mit der Bereitstellung von täglichem Frühstück, Mittagessen und Kleidung. Darüber hinaus wird MigrantInnen und Flüchtlingen qualifizierte psycho-soziale Unterstützung angeboten.

 

Die Caritas beobachtet weiterhin die Lage auf der Balkanroute, um schnell auf etwaige Notfälle reagieren zu können.

Bitte helfen Sie mit Ihrer Spende Menschen auf der Flucht auf der Balkanroute!