Caritas zu neuer Bundesratspräsidentin: Pflege als zentrale Herausforderung gemeinsam gestalten!

16.02.17

Landau: „Sonja Ledl-Rossmann möchte sich für pflegebedürftige und pflegende Menschen einsetzen. Das ist eine zentrale Aufgabe und ich freue mich auf eine gute Zusammenarbeit.“

„Dass sich Sonja Ledl-Rossmann für pflegebedürftige Menschen und Pflegende einsetzen will, ist ausgesprochen erfreulich. Ich bin sicher, Frau Ledl-Rossmann kann mit ihrer umfangreichen Erfahrung aus dem Bereich der Gesundheit und Pflege einen wichtigen Beitrag leisten, dieses wichtige Thema vermehrt in den Mittelpunkt zu rücken. Ich wünsche ihr für die neue Aufgabe alles Gute!“, so Caritas Präsident Michael Landau anlässlich des Amtsantritts der neuen Bundesratspräsidentin. 

Landau: „Der Fokus auf das Thema Pflege kommt insofern zur rechten Zeit, als das dieser Schwerpunkt im neuen Regierungsprogramm leider gänzlich ausgespart wurde.Es ist ausgesprochen wichtig, dass wir im Hospizbereich, etwa beim mobilen Kinderhospiz MOMO, nicht mehr von Jahr zu Jahr zittern müssen, ob es Mittel für die Fortführung der Unterstützung für Menschen in der letzten Lebensphase geben wird oder nicht.“

Zukunftsherausforderung Demenz

Die Zahl der Demenzkranken wird derzeit in Österreich auf 130.000 Menschen geschätzt. Aufgrund der älter werdenden Bevölkerung muss mit mehr als einer Verdoppelung der Erkrankten bis 2050 gerechnet werden. Mediziner prognostizieren für diesen Zeitpunkt zwischen 235.000 und 290.000 Betroffene. „Zahlreiche Experten sind sich einig: Die Versorgung von Menschen mit Demenz wird eine der größten Herausforderungen für unsere Gesellschaft werden. Und schon heute sind Demenzerkrankungen der häufigste Grund für Pflegebedürftigkeit“, hält Landau fest.

„Demenz verändert das gesamte Familienleben. Wenn Menschen mit Demenz zunehmend in einer anderen Realität leben, nehmen die Belastungen der Angehörigen zu. Wichtig ist, sich zu informieren und frühzeitig Hilfe und Entlastung zu holen“, betont Caritas Präsident Michael Landau. „Wir brauchen auch ein größeres Verständnis in der Gesellschaft für Betroffene und Angehörige.“

Unterstützung für pflegende Angehörige nötig

„Im Finanzausgleich ist es gelungen den Pflegefonds zu sichern und im neuen Pflegefondsgesetz ist die Finanzierung von leistbaren mehrstündigen Entlastungsdiensten vorgesehen“, so Landau. „Das ist für die Unterstützung von pflegenden Angehörigen enorm wichtig und stellt eine Art von Lückenschluss dar zwischen den mobilen Diensten und einer 24-Stunden-Betreuung in Privathaushalten. Zielstrebig umsetzen, muss hier die Devise sein. Wenn mehr und mehr politische Akteure dem Thema Pflege zusätzliche Aufmerksamkeit widmen, kann das nur im Sinne aller pflegebedürftigen und pflegenden Menschen in Österreich sein.“

Transparente Verteilung & österreichweite Harmonisierung des Angebots

„Jetzt müssen wir zu einer transparenten und gut handhabbaren Verteilung der Mittel kommen, damit diese rasch bei jenen Menschen ankommen, die in der letzten Lebensphase dringend Unterstützung und Begleitung benötigen“, so Landau. „Positiv ist, dass im Pflegefonds neben der Sicherung der Mittel auch eine stärke Harmonisierung des Dienstleistungsangebots vorgesehen ist. Wir müssen uns in Österreich endlich auf gewisse Grundstandards einigen. Niemand kann verstehen, dass wir alle dieselben Steuern und Abgaben zahlen, aber in einem Bundesland Selbstbehalte deutlich höher sind als in einem anderen.“ 

(Presseaussendung 16.2.2017)