"Ich kann nicht für meine Kinder sorgen"

16.02.17

Edon mit seiner Familie

Foto: Jorg Weismann

"Früher habe ich auf dem Bau gearbeitet. Wo auch immer jemand gebraucht wurde, ich war da. Es bricht mir das Herz, dass ich meine Pflichten als Vater nicht mehr erfüllen und nicht mehr für meine Töchter sorgen kann." 

Edon lebt mit seiner Frau und seinen vier Töchtern in einem winzigen Zimmer im zweiten Stock eines alten Fabrikgebäudes in der Kleinstadt Puke.

Das Haus von Edon in Albanien, eine alte Fabrik.

"Im Erdgeschoß gibt es eine einzige Toilette für das ganze Haus", erzählt Edon. "Aber ich bin froh, dass wir überhaupt eine Bleibe gefunden haben. Wir halten zusammen, hier in der alten Fabrik. Wir teilen und helfen uns gegenseitig, wo es nur geht."

Eine Ärztin der Caritas misst den Blutdruck von Edon

Edons Frau Adea versucht die Mahlzeiten möglichst abwechslungsreich zu gestalten. Ohne Geld ist das kaum machbar. "Ich bin dankbar, dass die Kinder im Caritas Zentrum Mahlzeiten bekommen. Am wichtigsten ist, dass unsere Kleinen satt sind."

Eine Ärztin hält ein Kind am Arm.

Ein flimmernder Röhrenfernseher, ein Schrank, zwei durchgesessene Sofas und ein Holzofen, der den kleinen Raum warm hält und auf dem ein Topf köchelt - der gesamte Besitz der Familie.
  
Weil das kleine Fenster undicht ist, müssen die Kinder auch drinnen in dicken Pullovern spielen. Adea hat die Kleidung für ihre Töchter selbst gestrickt. "Der blaue Strampler für die Kleinste ist erst vorgestern fertig geworden. Jetzt stricke ich an einer Weste für die Nachbarin."

Edon mit seinen Kindern

"Ich weiß nicht, was ich für mein eigenes Leben noch hoffen soll, aber ich habe große Träume für meine Töchter", sagt Edon. "Ich werde alles unternehmen, damit meine Kinder einmal eine Ausbildung und ein glückliches Leben haben."

"Eine Ärztin aus dem Caritas Zentrum kommt regelmäßig vorbei und untersucht die Kinder. Dabei misst sie auch gleich meinen Blutdruck", erzählt Edon. "Die Kinder freuen sich immer auf ihren Besuch. Wenn sie Mila im Stiegenhaus hören, laufen sie ihr schon entgegen."

In Puke und anderen ländlichen Regionen Albaniens hilft die Caritas gemeinsam mit Partnern in der Jugendarbeit, mit Kindergärten, mobiler Hauskrankenpflege und Beratung bei häuslicher Gewalt. Jetzt spenden: