8. März Weltfrauentag: „Frauen sind wichtigste Partnerinnen im Kampf gegen Armut!“

07.03.17

Wartha: „Frauen sind nicht nur Hauptbetroffene von Armut und Hunger, sie sind auch die Lösung. Die Caritas unterstützt weltweit Frauen in den ärmsten Ländern.“

„Frauen leben heute länger, sind besser gebildet und heiraten später als noch vor 20 Jahren. Dennoch sind nach wie vor Millionen Frauen Analphabetinnen und haben Berufe, in denen sie wenig oder nichts verdienen. Mädchen und Frauen sind Opfer von Gewalt, ihnen werden gleiche Chancen bei Bildung und Arbeit verwehrt. Nicht zuletzt sind Frauen besonders häufig von Hunger und Mangelernährung betroffen“, erklärt Sabine Wartha, Leiterin der Humanitären Hilfe der Caritas Österreich. 

„Aber aus unserer täglichen Arbeit wissen wir: Frauen sind nicht nur hauptbetroffen von Armut und Hunger, sie sind gleichzeitig auch die Lösung! Sowohl humanitäre wie auch Entwicklungshilfe funktioniert nur über Frauen. Sie entscheiden über den Einsatz des Haushaltsbudgets und über die Ausbildung der Kinder. Es sind die Frauen, die zu einer nachhaltigen Verbesserung der Lebenssituation der jeweiligen gesamten Gesellschaft führen. Ob als Mütter, Bäuerinnen, Geschäftsfrauen oder Lehrerinnen, weltweit sind Frauen sehr effektive und verlässliche Partnerinnen im Kampf gegen Armut und Hunger“, so Wartha. Insgesamt unterstützt die Caritas 30.000 Frauen in den ärmsten Ländern der Welt.

 

Beispiele für internationale Caritas Frauen-Projekte:

 

Mali: Frauen-Genossenschaften zur Ernährungssicherung

In insgesamt 11 Dörfer wird eine je 1 Hektar große Gemüseanbaufläche angelegt und eingezäunt, Brunnen werden für die Bewässerung während der Trockenzeit gebaut. Die BäuerInnen, 80 Prozent sind Frauen, erhalten neben regelmäßiger Beratungen in nachhaltiger Landwirtschaft (z.B. organische Düngung und Pflanzenschutz, Erzeugung von Kompost) als Starterpaket Saatgut und Werkzeug. Für eine bessere Vermarktung der Produkte wurde eine Genossenschaft gegründet und der Bau von drei Lagerhäusern finanziert. Dadurch können diese landwirtschaftlichen Produkte gelagert und müssen nicht zur Erntezeit verkauft werden – so erzielen sie einen besseren Preis.

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Burundi: Ziegen als Überlebenshilfe 

Mit einer Ziege erhalten Frauen in Burundi die Möglichkeit, ein eigenes Einkommen zu erwirtschaften um gut für sich, die eigenen Kinder und Pflegekinder zu sorgen. Eine Ziege hilft den Frauen auf vielfältige Weise: Der Mist dient als Dünger für die Felder und die Zicklein können verkauft werden und bringen Geld für notwendige Ausgaben wie Schulmaterialien oder Medikamente. Im Jahr 2016 erhielten insgesamt 335 Frauen eine Ziege.

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Südsudan: Nähkurse für zukünftige Unternehmerinnen

3 von 4 SüdsudanesInnen im arbeitsfähigen Alter können weder lesen noch schreiben. Im jüngsten Staat der Erde fehlt es nach wie vor an Infrastruktur und gut ausgebildeten Fachkräften. Im Berufsausbildungszentrum der Vinzenzgemeinschaft in Stadtteil Lologo in Juba wurden 2016 345 Frauen und Männer in sieben Berufen ausgebildet. 79% der KursteilnehmerInnen schließen mit einem Diplom ab, ein Drittel der AbsolventInnen  macht sich selbständig. Die Frauen erlernen im Nähkurs verschiedene Schnitte wie z.B. Männerhosen, Frauenkleider und –kostüme und Schuluniformen zu nähen und Kleider zu ändern.

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DR Kongo: Alphabetisierung und Ausbildung für Frauen

Auch in der DR Kongo tragen Frauen die Hauptverantwortung für die Versorgung der Familie. 80 Prozent der Haus- und Feldarbeit wird von Frauen erledigt. Jedoch nur 50 Prozent der Frauen können lesen und schreiben. Um dem entgegenzuwirken organisiert die Caritas Matadi im Rahmen eines Landwirtschaftsprojektes in Luozi Alphabetisierungskurse und eine Schneiderinnen-Ausbildung. Aktuell nehmen 62 Mädchen und jungen Frauen an den Kursen teil. 

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Libanon: Frauenhaus für syrische Frauen und Mädchen

Im Libanon erhalten von Gewalt betroffene Frauen und Mädchen, aber auch ihre Kinder, in drei Frauenhäusern Schutz, psychosoziale und medizinische Betreuung und rechtliche Beratung. Zudem werden Alphabetisierungskurse, Kompetenztrainings, aber auch eine Kunsttherapie angeboten. Für Kinder gibt es Bildungs- und Freizeitaktivitäten. 

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Albanien: Fortbildung für Mütter aus ärmsten Familien

Albanien ist eines der ärmsten Länder Europas. Viele Familien leben in großer sozialer Unsicherheit und Armut, die Basisversorgung ist vielerorts mangelhaft. Eltern arbeiten oft als Tagelöhner, sammeln Müll oder betteln auf der Straße. Familien leben in einfachen Hütten, oft ohne Wasser, Stromanschluss oder Sanitäreinrichtungen. In Puke, Nordalbanien, werden 300 Frauen und ihre Familien mit Weiterbildungsmaßnahmen unterstützt. 

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