"Ich würde Syrien nie verlassen" - #Syria6Years (Teil 1)

14.03.17

Eine Frau aus Syrien mit ihren zwei Töchtern

Foto: Caritas

Heute jährt sich der Krieg in Syrien zum sechsten Mal. Mehrere Hunderttausend Zivilisten befinden sich noch immer in schwer belagerten Gebieten. Diejenigen die fliehen konnten stehen jetzt vor der Herausforderung, sich aus dem Nichts ein neues Leben aufzubauen. Caritas Mitarbeiter Patrick Nicholson hat sich ihre Geschichten erzählen lassen:

„Mein Mann ist vor sieben Monaten gestorben, er ist auf eine Landmine getreten, direkt neben der Fabrik in der er arbeitete", erzählt die 34-jährige Abeer Al Hasaan. Sie lebt mit ihren Kindern Josef und Mary in Damaskus. "Wir haben 2006 geheiratet, unser Leben war schön. Wir hatten Essen, Geld und Kleidung. Und es war sicher."

"Der Tod meines Mannes hat uns schwer getroffen. Er war derjenige, der sich um Essen und die Miete gekümmert hat, jetzt bin ich dafür zuständig. Zwei Kinder alleine großzuziehen ist eine Herausforderung. Ich möchte ihnen das Beste ermöglichen, aber es ist schwer das zu tun, wenn man nicht einmal Geld für Essen, Kleidung, Heizung und Strom hat. Wir überleben nur durch Spenden."

 

Herausforderungen und Hoffnungen

Im Winter ist es in ihrer Wohnung sehr kalt und es gibt keine Heizung. "Ich bin ständig auf der Suche nach etwas, das man am Herd verbrennen kann – Stücke von Karton oder Papier zum Beispiel. Aber durch den Rauch haben die Kinder Atemschwierigkeiten und einen entzündeten Rachen bekommen. Ich war gezwungen mir Geld zu leihen, um ihre medizinische Behandlung bezahlen zu können."

"Ich würde Syrien nie verlassen. Ich bin hier aufgewachsen, habe mich vom Essen dieses Landes ernährt, vom Wasser getrunken. Ich kenne die Straßen. Ich bin voller Hoffnung, dass die Dinge wieder besser werden können. Dass es wieder so sein kann, wie vor dem Krieg.“