Klimawandel trifft vor allem die Ärmsten, Klimaschutz rettet Menschenleben!

02.06.17

Schweifer: „Diejenigen, die den Klimawandel am wenigsten verursacht haben, leiden am meisten darunter. Temperaturanstieg bedeutet für Millionen Menschen Lebensgefahr!“

Tote Rinder liegen zwischen vertrockneten Sträuchern im Sand. Männer, Frauen und Kinder sind auf Haut und Knochen abgemagert. Nach Monaten und mitunter Jahren ohne Regen fehlen Trinkwasser und Nahrung. Christoph Schweifer, Caritas Auslandshilfechef, war in den vergangenen Tagen im Norden Äthiopiens, der besonders von Dürre betroffenen Somali-Region: „Der Klimawandel hat einen unmittelbaren Einfluss auf die Versorgungslage von Kleinbauern in Afrika, die sich selbst versorgen. Höhere Temperaturen trocknen die Böden noch mehr aus und führen zu häufigeren und längeren Dürreperioden. Wir dürfen uns nicht damit abfinden, dass alle 10 Sekunden ein Kind an Hunger stirbt. So lange Kinder verhungern, haben wir als Menschheit versagt. Nach dem Ausstieg der USA aus dem Klimavertrag müssen die EU und ihre Mitgliedsstaaten jetzt umso entschlossener mit gutem Beispiel in der Klimapolitik vorangehen, denn mit Blick auf die Länder des globalen Südens heißt Klimaschutz ganz konkret Menschenleben zu retten.“

Weite Teile Ostafrikas wie auch die Sahelzone stehen aktuell vor einer der schlimmsten humanitären Katastrophen der jüngsten Geschichte. Mehr als 20 Millionen Menschen drohen zu verhungern – das sind mehr als doppelt so viele, wie Österreich EinwohnerInnen hat. Betroffen sind die Länder Äthiopien, Somalia, Uganda, der Südsudan und ganz besonders Kenia. Anhaltende Dürre und bewaffnete Konflikte haben die Menschen ihrer Lebensgrundlagen beraubt. Vor allem Kinder und ältere Menschen sind akut in Lebensgefahr.

Hunger ist kein Schicksal

„Hunger bedeutet, dass Menschen oft nur jeden zweiten, dritten Tag etwas zu essen bekommen. Dass Kinder mit einer kleinen Handvoll Hirsebrei satt werden müssen. Hunger bedeutet, dass Menschen täglich ums Überleben kämpfen müssen“, so Schweifer und weiter: „Entscheidend ist, dass dieser Hunger von Menschen gemacht und damit absolut vermeidbar ist. Auch in Österreich gab es vor 50 Jahren noch Hunger. Heute ist das in ganz Europa kein Thema mehr und das sollte für die ganze Welt gelten.“

Hilfe > Hunger: langfristige Unterstützung für 240.000 Menschen

Dank des Engagements der Österreicherinnen und Österreicher arbeiten Caritas-HelferInnen in rund 50 Projekten weltweit an der langfristigen Bekämpfung des Hungers. Maßnahmen zu verbesserten Anbaumethoden, Schulungen über Kompostierung, Düngung, Lagerung und Vermarktung der Ernte ebenso wie die Verteilung von Saatgut, landwirtschaftlichen Geräten und Nutztieren helfen 240.000 Menschen oder 40.000 Familien in den am stärksten betroffenen Ländern der Welt. Zudem hilft die Caritas bei der Vorbeugung und Behandlung von akuter Unterernährung, besonders bei Kindern unter fünf Jahren. „Jedes dieser Vorhaben ist ein wesentlicher Baustein im Kampf gegen den Hunger. In einer Welt, die mehr als genügend Nahrung für alle produziert, sollte niemand hungern müssen. Jedes dieser Vorhaben trägt dazu bei, dass eine Welt ohne Hunger möglich wird“, so Schweifer. "Erstmals in der Geschichte der Menschheit haben wir die Möglichkeiten und das Know-How, den Hunger zu beseitigen. Jede und jeder von uns kann einen Beitrag leisten, kann Verbesserung und mehr Gerechtigkeit erreichen. Gemeinsam können wir das schaffen!“

 

(Presseaussendung 2.6.2017)