Caritas unterstützt AMS-Forderung nach Öffnung des Lehrstellenmarktes für junge AsylwerberInnen

10.07.17

Landau: „Junge AsylwerberInnen sollen in allen Lehrberufen eine Ausbildung starten und einen Beitrag leisten können. So werden Potenziale genutzt und Arbeitsmarktintegration erleichtert.“

 

In einer ersten Reaktion begrüßt Caritas Präsident Michael Landau die Forderung von AMS-Chef Johannes Kopf, den Zugang zur Lehre für junge geflüchtete Menschen mit hoher Bleibewahrscheinlichkeit zu erleichtern. „Dieser Vorstoß ist klug und sinnvoll – aus Sicht der Betroffenen, aber auch aus Sicht der Gesellschaft insgesamt“, so Landau. „Unternehmen und die Wirtschaft können hier wichtige Partner gelingender Integration sein. Als Caritas sind wir überzeugt: Junge AsylwerberInnen sollten in allen Lehrberufen eine Ausbildung starten können. Allein deshalb, weil wir es uns als Gesellschaft gar nicht leisten können, auf vorhandene Talente und Begabungen zu verzichten. Wenn das AMS in dieser Frage vermittelnd wirken kann und wenn die Lehrlingsentschädigung dazu beiträgt, dass junge AsylwerberInnen die Ausbildung abschließen, ist das ganz im Sinne einer gelingenden Arbeitsmarktintegration.“

Junge Schutzsuchende, die auf ihren Asylbescheid warten, dürfen aktuell nur mit Sonderbewilligung und nur dort, wo ein Fachkräftemangel herrscht, eine Lehre beginnen. Rund 400 AsylwerberInnen haben derzeit eine derartige Sonderbewilligung. Die Jugendlichen müssen sich die Lehrstellen selbst oder mithilfe von NGOs oder Freiwilligen suchen, das AMS ist bisher nicht für sie zuständig.

 

Ausbildungspflicht ausweiten!

Landau ermutigt die Bundesregierung in diesem Zusammenhang aber auch, im Bereich der Ausbildungspflicht weitere Schritte zu setzen. „Die jüngst beschlossene Ausbildungspflicht ist ein Meilenstein in der österreichischen Bildungspolitik. Hier ist der Bundesregierung ein großer Wurf gelungen. Doch es wäre wünschenswert, dass diese Ausbildungspflicht auch für junge AsylwerberInnen mit all ihren Talenten, Interessen und Begabungen gilt. Denn Bildung ist die beste und nachhaltigste Form der Integration. Hier werden heute Potenziale brach liegen gelassen und junge Menschen entmutigt. Als Caritas wünschen wir uns daher eine Ausweitung der Ausbildungspflicht bis 18 Jahre auch auf Asylsuchende. Ganz praktisch heißt das, Bildungsangebote für nicht mehr Schulpflichtige auszubauen. Geflüchtete 16-Jährige haben heute oft keine Chance, in eine Schule zu kommen“, so Landau. Enorm wichtig sei überdies jede Unterstützung bei der Anerkennung von mitgebrachten Qualifikationen und Bildungsabschlüssen, so Landau weiter. Auch hier sei mit dem Anerkennungs- und Bewertungsgesetz ein erster Schritt gesetzt, aber noch viel zu tun.