Zusätzliche Mittel aus dem Auslandskatastrophenfonds retten Leben in Ostafrika!

23.07.17

Eine Frau auf einem Feld in Afrika

Foto: JWeismann

22,9 Millionen Menschen sind in Ostafrika von einer akuten Hungerkrise betroffen, 22,9 Millionen Menschen, die in Kenia, Äthiopien, Uganda, Südsudan und Somalia leben. Nicht mitgerechnet die vielen Opfer der Hungerkrisen in Jemen oder Nigeria. Grund sind zum einen Konflikte, wie im Südsudan und Somalia, zum anderen die anhaltende Dürre in weiten Teilen Kenias, Äthiopiens, Burundi, Uganda, Sudan und Dschibuti. In diesen Ländern sind im Jahr 2016 die beiden lebenswichtigen Regenzeiten beinahe gänzlich ausgefallen, und auch heuer hat es bisher kaum geregnet.

"Hunger ist die schlimmste Form der Armut. Derzeit haben wir die Situation, dass die Menschen in den betroffenen Regionen höchstens einmal pro Tag etwas essen können, Viele nur ein kleine Portion Getreidebrei, wenn auf den Feldern noch etwas auszugraben ist. In Nordkenia besteht die Mahlzeit einer Familie tageweise nur mehr aus einem Tee in der Früh und ein bisschen getrocknetem Mais", so Caritas Präsident Michael Landau, der vor knapp einem Monat die von der Dürre extrem betroffene Region Marsabit im Norden Kenias besucht hat.

Akuter Hunger heißt bei Kindern, dass sie weniger als 60% des Gewichts haben, das sie normalerweise haben sollten. Die Haut verändert sich, die Haare verfärben sich. Die Kinder sind teilnahmslos, apathisch. Auch für alte Menschen, für die schwangeren Frauen, die durch wochenlanges Hungern bereits geschwächt sind, kann dann eine Durchfall- oder Malariaerkrankung tödlich sein.

Skandal Hunger

"So lange Kinder verhungern, haben wir als Gesellschaft versagt. Wir müssen uns bewusst werden, dass wir die erste Generation sind, die das Wissen, die Technologie, die finanziellen Mittel und auch die notwendige Information haben, um den Hunger zu besiegen. Wenn jeder von uns bereit ist zu teilen und Menschen in der Not zu helfen können wir das Hungern beenden. Daher freue ich mich sehr über die heute zugesagten, zusätzlichen Mittel aus Österreich", so Landau.

Neben Nothilfe nachhaltige Perspektiven entwickeln

Aktuell leistet die Caritas mit lokalen Partnerorganisationen hauptsächlich Nothilfe in den betroffenen Gebieten: Schwerpunkt sind die Bereiche Wasserversorgung, Nahrungsmittelverteilungen, Saatgut und Versorgung von akut unterernährten Kindern.

"Gleichzeitig unterstützen wir weiterhin - da wo es möglich ist - langfristige Programme zur Ernährungssicherung: Landwirtschaftliche Maßnahmen zur Steigerung des Ertrags, Nutztierhaltung, Zugang zu lokalen Märkten. Wir müssen den Menschen eine Perspektive aufzeigen - Hilfe zur Selbsthilfe gelingt nur auf einer partnerschaftlichen Ebene", so Landau: " Daher appelliere ich auch an eine zukünftige österreichische Bundesregierung, einen Schwerpunkt bei der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft 2018 auf eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Afrika zu legen. Die im September 2015 beschlossenen Sustainable Development Goals, die UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung, und eine Art "Marshall-Plan" für Afrika könnten ein Masterplan für eine positive Entwicklung auf Augenhöhe sein."

Mehr Informationen zu unserer Hilfe in Ostafrika finden Sie hier.