Caritas zu Integrationsbericht: Stärker in Bildung und Arbeit für eine gemeinsame Zukunft investieren!

23.08.17

Foto: Maurice Shourot

Landau: „Die Gemeinden haben eine zentrale Rolle für gelingende Integration. Ein großes Danke an die Bürgermeisterinnen, Bürgermeister und an alle Freiwilligen!“

 

Integration umfasst alle Lebensbereiche. Sie sollte daher auch umfassend verstanden werden und ab dem Tag der Ankunft in Österreich beginnen. Das bedeutet, neben dem Spracherwerb auch in den Bereichen Arbeit, Bildung, gelingendes Zusammenleben, Wohnen und Gesundheit unterstützende Begleitung sicherzustellen, die die ankommenden Menschen und die Ankunftsgesellschaft im Blick hat.

Caritas Präsident Michael Landau: „Entscheidend ist nach unserer Überzeugung die Erweiterung der Ausbildungspflicht bis zum 18. Lebensjahr auch auf schutzsuchende Menschen und dass junge Asylsuchende in allen Berufen eine Lehre machen können. Ganz einfach deshalb, weil wir es uns als Gesellschaft gar nicht leisten können, auf vorhandene Talente und Begabungen zu verzichten.“ Und weiter: „Die Ausbildungspflicht ist ein Meilenstein in der österreichischen Bildungspolitik. Doch es wäre wünschenswert, dass sie auch für junge AsylwerberInnen gilt. Hier werden Potenziale brach liegen gelassen und junge Menschen entmutigt. Wichtig ist außerdem jede Unterstützung bei der Anerkennung von mitgebrachten Qualifikationen und Bildungsabschlüssen. Den Zugang zur Lehre für junge geflüchtete Menschen mit hoher Bleibewahrscheinlichkeit zu erleichtern, ist klug und sinnvoll – aus Sicht der Betroffenen, aber auch aus Sicht der Gesellschaft insgesamt. Unternehmen und die Wirtschaft können hier wichtige Partner gelingender Integration sein.“

 

 

Zusammengehörigkeit und Solidarität stärken 

Im Integrationsbericht wird darauf hingewiesen, neben der Integration von Geflüchteten nicht auf die Integration jener Menschen zu vergessen, die aus anderen Gründen zuwandern. „Wir haben die Chance, aus den Erfahrungen der Vergangenheit zu lernen und daran zu arbeiten, dass sich alle in Österreich lebenden Menschen ihrer neuen Heimat Österreich auch zugehörig fühlen“, appelliert Michael Landau. „Gleichzeitig müssen wir den Sozialstaat stärken und sicherstellen, dass jede und jeder in Österreich einen Beitrag für mehr Gerechtigkeit leisten kann. Eine Not darf nicht gegen die andere ausgespielt werden!“

 

 

Fluchtursachen bekämpfen und Schutz bieten 

Bei der Präsentation des Integrationsberichts wurde heute auch darauf verwiesen, dass die Gründe für Flucht nach wie vor existieren. Landau: „So lange Krieg und Verfolgung Menschen zur Flucht zwingen, haben wir ihnen gegenüber eine Verantwortung: Hilfe vor Ort darf kein politisches Schlagwort sein. Auch als kleines Land kann Österreich hier viel leisten, mehr als aktuell. Und es gilt in Österreich und in Europa weiterhin zwei Dinge außer Streit zu stellen: Wer Schutz sucht, muss Schutz finden können. Und die Grenzen Europas dürfen keine Grenzen des Todes sein.“

 

 

Landau: Dank an die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister 

„Ein großes Danke an alle Bürgermeisterinnen, Bürgermeister und die Freiwilligen! Gerade den Gemeinden kommt bei der Integration eine Schlüsselrolle zu, und die BürgermeisterInnen wissen in der Regel am besten, wie ein gutes Zusammenleben gelingen kann. Die Gemeinden gehören hier unterstützt und begleitet. Ebenso zeigt sich hier und an vielen anderen Stellen, was ein lebendige Zivilgesellschaft und Freiwillige zu leisten vermögen. All das gehört gewürdigt, und ich möchte das heute auch ausdrücklich tun!“

 

(Presseaussendung vom 23.08.17)