Heerwurm bedroht Maisernten in Afrika

24.11.17

Neben Dürren, Krieg und Vertreibung droht nun eine aus Amerika eingeschleppte Raupe, große Teile der Maisernte auf dem afrikanischen Kontinent zu vernichten. Die UNO-Ernährungs- und –Landwirtschaftsorganisation warnt vor dramatischen Auswirkungen für 38 Länder. Die Caritas unterstützt Kleinbäuerinnen und Kleinbauern.

 

Warum bedroht die Raupenplage die Ernährungssituation in Afrika?

Mais ist ein Grundnahrungsmittel in Afrika. Der 2016 erstmals aufgetretene Schädling breitet sich rasant aus und ist bereits in 38 afrikanischen Ländern zu finden. Vor allem der junge Mais ist ein leichtes Opfer der Raupe. Die ExpertInnen der FAO warnen davor, dass die Situation südlich der Sahara in den nächsten Erntezeiten schlimmer werden könnte. Besonders KleinbäuerInnen, die kaum Zugang zu Bekämpfungsmaßnahmen haben, sind betroffen. 

 

Was macht die Raupe so gefährlich?

Der sog. Herbst-Heerwurm vermehrt sich schnell und breitet sich rasch aus. Neben Mais fressen die Tiere mehr als 80 weitere Pflanzen, darunter Hirse, Sojabohnen, Erdnüsse und Kartoffeln.

Bei Mais sind die Auswirkungen besonders desaströs: Junge Pflanzen sterben komplett ab, bei älteren Pflanzen fressen sich die Tiere durch die Maiskolben und zerstören so die Ernte. Das Tückische: Der Herbst-Heerwurm zerstört den Mais von innen heraus. Bauern erkennen den Schädling deshalb erst spät. Je nach Schwere des Befalls gehen zwischen 15 und 73 Prozent der Ernte verloren. Haben die Tiere ein Feld leer gefressen, kriechen sie in Gruppen weiter. Daher hat das Insekt auch seinen Namen, denn diese Bewegung erinnert an ein Heer von Soldaten.

Noch sei unklar, wie die Plage zu besiegen sei, so Jean-Baptiste Bahama von der UNO-Ernährungs- und -Landwirtschaftsorganisation. „Alle betroffenen Länder haben einen ganz plötzlichen Ausbruch erlebt.“ Die meisten griffen zu Pestiziden, um den Herbst-Heerwurm zu bekämpfen - mit gemischtem Erfolg. Es müssten weitere Methoden in Betracht gezogen werden, um die Plage effektiv zu bekämpfen, so Bahama.

 

Wie hilft die Caritas?

„Die Raupenplage betrifft zum Beispiel auch Kleinbäuerinnen und -bauern in Südsudan, die bereits 2016 einen Teil der Ernte verloren haben. Glücklicherweise sind die Menschen hier aber nicht ausschließlich von der Maisernte abhängig, weil sie auch Maniok, Erdnüsse und Bohnen anbauen. Diese Diversifizierung ist auch grundlegender Bestandteil unserer langfristigen Ernährungshilfe“, erklärt Caritas Ernährungsexpertin Helene Unterguggenberger. 

„Pestizide sind meist wirkungslos und für KleinbäuerInnen auch zu teuer. Von unseren Projektpartnern wissen wir aber, dass der traditionelle rote Mais widerstandsfähiger und nicht so anfällig ist, wie der weiße Mais. Deshalb kommt vermehrt traditionelles Saatgut zum Einsatz“, so Unterguggenberger. „Um die Ausbreitung der Raupe einzudämmen werden z.B. Korridore zwischen Anbauflächen geschaffen. Darüber hinaus werden auch verschiedene biologische Pflanzenschutzmethoden getestet. Als Caritas finanzieren wir die lokale Forschung, um wirkungsvolle Lösungen zu finden.“

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