Auf ältere arbeitslose Menschen nicht vergessen!

02.01.18

Landau: „Wenn die Aktion 20.000 abgeschafft wird, müssen frei werdende Mittel für den Ausbau des erweiterten Arbeitsmarkts und Qualifizierungsmaßnahmen umgewidmet werden!“

 

„Erwerbslosigkeit ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Nicht alle Menschen in Österreich werden von den prognostizierten guten Konjunkturzahlen profitieren. Für uns als Caritas ist es daher entscheidend, wie sich die angekündigten Maßnahmen auf die Schwächsten in unserem Land auswirken“, so Caritas Präsident Michael Landau anlässlich der Einstellung der Aktion 20.000 und des Beschäftigungsbonus.

„Es ist sehr erfreulich, dass die Arbeitslosigkeit aktuell zurückgeht, aber wir wissen, dass es keinen nachhaltigen Arbeitsmarkt für jene gibt, die Vermittlungshindernisse haben – und auch für diese Menschen brauchen wir Beschäftigung. Für Qualifizierungsmaßnahmen und den Aufbau eines erweiterten Arbeitsmarktes braucht es dringend mehr Mittel. Wir dürfen auf ältere arbeitslose Menschen nicht vergessen! Arbeit meint mehr als bloß Gelderwerb. Sie hat immer auch mit Sinnstiftung, sozialer Integration und Selbstwertgefühl zu tun.“

 

Aktive Arbeitsmarktpolitik und Maßnahmen zum Abbau strukturell bedingter Arbeitslosigkeit 

„Aus der Erfahrung der täglichen Arbeit in unseren Projekten für langzeitarbeitslose Menschen wissen wir: In einem ausgewogenen Verhältnis von Fordern und Fördern kann aktive Arbeitsmarktpolitik wesentlich zum Abbau von Vermittlungshindernissen beitragen“, so Landau weiter. Dies ersetze aber nicht Maßnahmen zum Abbau strukturell bedingter Arbeitslosigkeit. Neben der Mittel für die aktive Arbeitsmarktpolitik, der Verbesserung der Rahmenbedingungen für den erweiterten Arbeitsmarkt und der Schaffung eines „unbefristet“ erweiterten Arbeitsmarkts für Personen, für die die Reintegration in den regulären Arbeitsmarkt in absehbarer Zeit keine realistische Option ist, gehören dazu die systematische Senkung der Lohnnebenkosten besonders bei den Schwächsten sowie die Erhöhung der im internationalen Vergleich niedrigen Nettoersatzrate beim Arbeitslosengeld. 

„Wir sehen es in unserer täglichen Arbeit: Die Zahl der älteren Menschen, die weder Zugang zum Pensionssystem noch realistische Jobchancen haben, ist nach wie vor hoch, und bei vielen ist Reintegration in den Arbeitsmarkt keine realistische Perspektive. Als Caritas fordern wir einen erweiterten ‚unbefristeten‘ Arbeitsmarkt auf Dauer zu etablieren“, so Landau. „Wir brauchen Unternehmungen und Arbeitsplätze, die auch langfristig vom AMS gefördert werden. Besonders in jenen Fällen, bei denen das Wieder-Fuß-Fassen am regulären Arbeitsmarkt wenig chancenreich erscheint, ist es nötig, sinnvolle Beschäftigung bei angemessener Entlohnung anbieten zu können. Unser Ziel muss lauten, möglichst allen Menschen zu ihrem auch in den Menschenrechten festgehaltenen Recht auf Arbeit zu verhelfen, von der man auch leben kann.“ 

 

Caritas-Hilfe für langzeitarbeitslose Menschen 

Die Caritas selbst bietet in mehr als 100 Beschäftigungsprojekten jenen Menschen Perspektiven, die am ersten Arbeitsmarkt nur schwer unterkommen. Insgesamt werden 1.147 Arbeitsplätze auf Zeit für langzeitarbeitslose Menschen bereitgestellt.

 

(Presseaussendung vom 02.01.2018)