Internationaler Tag der Pflege am 12. Mai: Caritas für österreichweit einheitliche Qualitäts-, Versorgungs- und Finanzierungsstandards!

11.05.18

Landau: "Der aktuelle Finanzpoker zwischen Bund und Ländern rund um die Abschaffung des Pflegeregresses geht auf Kosten von Betroffenen und Angehörigen. Ich hoffe, dass es zu einer baldigen Lösung kommt!"

Die Bundesländer und der Bund streiten seit Monaten um die zu erwartenden Zusatzkosten nach dem Ende des Pflegeregresses. Nun haben laut Medienberichten erste konkrete Gespräche begonnen.

"Das Risiko Pflegebedürftigkeit ist in Österreich nicht in vergleichbarer Weise abgesichert wie Unfall, Krankheit oder Arbeitslosigkeit! Wir wünschen uns daher eine solidarische Finanzierung für die Pflege, um unzumutbare Belastungen bei auftretender Pflegebedürftigkeit zu vermeiden", so Caritas Präsident Michael Landau anlässlich des Internationalen Tages der Pflege und fordert, die entstandene Finanzierungslücke auch über eine solidarische Form der Vermögensbeteiligung an der Gesamtaufgabe Pflegefinanzierung auszugleichen. Die Einnahmen aus der Gegenfinanzierung zur Abschaffung des Pflegeregresses sollten direkt in den Pflegefonds fließen. "Eine Gesamtstrategie zum Thema Pflege darf nicht auf die lange Bank geschoben werden, sondern steht jetzt dringend an! Wir brauchen österreichweit einheitliche Qualitäts-, Versorgungs- und Finanzierungsstandards!"

Pflegende Angehörige brauchen Entlastung

In Österreich werden ca. 80 % aller pflegebedürftigen Menschen von Angehörigen und anderen nahestehenden Personen betreut und gepflegt. Das Pflege- und Betreuungssystem ist daher ohne das Engagement pflegender Angehöriger weder finanzier- noch organisierbar.
"Wir reden hier von knapp einer Million Menschen in Österreich - Menschen, die direkt oder indirekt vom Thema Pflege betroffen sind. Diese Angehörigen sind der größte und wichtigste Betreuungs- und Pflegedienst der Nation. Wir brauchen mehr leistbare und flexible Angebote für Betreuungen von hilfebedürftigen Menschen zu Hause um die vorhandenen Lücken zu schließen und verstärkte Entlastungs- und Unterstützungsangebote für pflegende Angehörige", so Landau.

24-Stunden-Betreuung weiterentwickeln

Die Kosten für die 24-Stunden-Betreuung sind seit Einführung im Jahr 2008 von 9,14 Millionen auf 138,75 Millionen Euro im Jahr 2015 gestiegen - Tendenz weiter steigend (lt. Rechnungshof-Bericht). Aufgrund der demografischen Entwicklung muss langfristig eine legale, leistbare und hochwertige Betreuung sichergestellt werden.

"Die meisten Menschen wollen in ihren eigenen vier Wänden gepflegt werden. Die rasche Einführung eines österreichweiten Qualitätsgütesiegels wäre aus Sicht der Betroffenen das Gebot der Stunde. Ein solches Gütesiegel sollte auch an geeignete und verpflichtende Instrumente zur Qualitätssicherung geknüpft werden. Einmal mehr geht es darum, Betroffenen und PersonenbetreuerInnen mehr Sicherheit zu geben und die Qualität der 24-Stunden-Betreuung insgesamt zu erhöhen", so Caritas Präsident Michael Landau und fordert darüber hinaus eine Valorisierung der Richtsätze für die 24h Betreuung: "Die 24h Betreuung wurde vor über 10 Jahren eingeführt und ist für viele Menschen nicht leistbar. Das müssen wir ändern!"
Auch der Rechnungshof empfiehlt, das bestehende Qualitätssicherungssystem bei der 24-Stunden-Betreuung auszuweiten und - unabhängig von der Qualifikation der Betreuungskraft - Hausbesuche durch diplomierte Fachkräfte durchzuführen.

Hospiz und Palliative Care - finanzielle Absicherung dringend nötig!

Dass im Regierungsprogramm ab 2022 eine einheitliche Finanzierung versprochen wird und Ehrenamtliche besser unterstützt werden sollen, begrüßt der Caritas Präsident: "Es soll in Österreich keinen Unterschied mehr machen, ob ich auf der Intensivstation nach einem Unfall versorgt werden muss oder ob ich eine Krankheit habe, die aller Voraussicht nach zum Tode führt und medizinische und pflegerischer Unterstützung bedarf. Im Bereich der Versorgung von Kindern etwa gibt es weder stationäre Angebote in Österreich noch werden mobile Angebote finanziert und sind daher nach wie vor von Spenderinnen und Spendern abhängig!"