Klimakrise verstärkt Konflikte und zwingt immer mehr Menschen zur Flucht!

18.06.19

Kinder im Unterricht

Landau: „Wenn Kinder nichts Anderes kennen als Krieg, Flucht und Hunger dann ist das eine Katastrophe! Hilfe vor Ort rettet Leben und gibt Zukunftschancen.“ 

Weltweit sind rund 70 Millionen Menschen auf der Flucht. Frauen, Männer und Kinder müssen wegen kriegerischer Auseinandersetzungen oder Verfolgung ihr Zuhause verlassen.

„Millionen Menschen flüchten aus Todesangst. Der Internationale Weltflüchtlingstag ist ein guter Anlass, sich kurz in die Lage von Menschen auf der Flucht zu versetzen. Flucht ist in erster Linie eine Überlebensstrategie“, betont Caritas Präsident Michael Landau.

Oft bleiben Menschen auf der Flucht im eigenen Land oder finden in den unmittelbaren Nachbarländern Zuflucht. 85 Prozent aller geflüchteten Menschen, leben in Entwicklungsländern. Umso wichtiger ist die Hilfe vor Ort.

Hilfe vor Ort – Caritas unterstützt 10.000 syrische Kinder

 

700.000 syrische Kinder führen ein Leben auf der Flucht, die meisten von ihnen in den Nachbarländern, im Libanon und in Jordanien. Sie haben kaum eine Chance auf Bildung, Schule und ein normales, kindgerechtes Aufwachsen.

„Diese Kinder kennen nichts Anderes als Krieg und Flucht, das ist eine Katastrophe“, so Michael Landau: „Wir müssen uns um die Kinder kümmern, sonst wächst hier eine verlorene Generation heran. Kinder brauchen ein Leben in Sicherheit und Zugang zu Bildung, damit sie sich gut entwickeln können. Diese Kinder zu unterstützen, ist in ihrem und unserem Interesse.“

Mit einem speziellen Bildungsprogramm unterstützt die Caritas Österreich 10.000 Kinder in Jordanien, im Libanon und auch in Syrien. Sie sollen den Krieg hinter sich lassen können und eine Chance auf eine gelingende Zukunft haben.

Klimakrise erhöht Risiko für bewaffnete Konflikte

 

Die Studie „Climate, conflict and forced migration“ der WU belegt, dass die Klimakrise Konflikte und Krisen verstärkt und so noch mehr Menschen zur Flucht zwingt. Die wachsende Zahl an Dürreperioden und Wasserknappheit führt zu Ernteausfällen und so zur Landflucht. Wenn die Städte den Menschen nicht genügend Arbeit und damit Lebensgrundlagen bieten, entstehen Unruhen und Kriege.

„In vielen Ländern Afrikas und Asiens lebt die Mehrheit der Menschen von der Landwirtschaft. Viele von Subsistenzwirtschaft – das heißt, sie ernten gerade einmal das, was sie zum Überleben brauchen. Wenn die Ernte vertrocknet oder Überschwemmungen die Aussaat verhindern, hungern diese Menschen“, so Landau und weiter: „Also trifft die Klimakrise jene am stärksten, die sie am wenigsten verursachen. Auch das dürfen wir nicht vergessen, wenn wir über Menschen auf der Flucht nachdenken.“

Erstmals seit langem ist die Zahl der hungernden Menschen weltweit wieder gestiegen: 821 Millionen Menschen leiden an Hunger. Vor allem die Länder in Afrika sind betroffen, durch Gewaltkonflikte und durch die Klimakrise.

Landau: „Hunger ist ein Skandal, den wir beenden können, wenn wir das wollen. Denn es gibt einen Masterplan für eine bessere Welt: die SDGs, die nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen. Diese müssen von der Österreichischen Bundesregierung und der Europäischen Union ernst genommen werden. Es braucht einen konkreten Plan und eine schrittweise Umsetzung der Entwicklungsziele.“

Hilfe vor Ort – mit nachhaltiger Landwirtschaft den Hunger beenden

 

Die Caritas leistet Ernährungshilfe und arbeitet daran, Familien und Dörfer widerstandsfähiger gegen die Auswirkungen der Klimakrise zu machen. Schulungen im nachhaltigen Anbau sollen die Ernährungssicherheit in den Ländern Afrikas und Asiens erhöhen.

„Wir alle können mithelfen, den weltweiten Hunger bis 2030 zu beenden und die Welt so zu gestalten, dass möglichst alle Menschen ein gutes Leben führen können. Wenn es darum geht, die Klimakrise zu stoppen, Handelsbeziehungen fair zu gestalten oder Entwicklungszusammenarbeit auszuweiten, ist jedes Land in die Pflicht zu nehmen. Eine Welt ohne Hunger und Krieg darf keine Vision bleiben. Hilfe vor Ort rettet Leben und gibt Zukunftschancen“, ist Caritas Präsident Landau überzeugt.

 

Presseaussendung, 18. Juni 2019