30 Jahre UN-Konvention für Kinderrechte am 20. November: Kinder haben Rechte auf Schutz, Versorgung und Mitbestimmung!

19.11.19

Caritas appelliert an die künftige Bundesregierung, sich in Österreich und weltweit für die Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention einzusetzen.

„Es ist ein Skandal: Weltweit leben 387 Millionen Kinder in extremer Armut. 124 Millionen Kinder gehen nicht zur Schule. Es ist beschämend, dass auch in einem reichen Land wie Österreich fast ein Fünftel aller Kinder und Jugendlichen armutsgefährdet ist. Ich appelliere an die zukünftige Bundesregierung, sich stärker für ein besseres Leben von Kindern einzusetzen – weltweit und auch in Österreich“, betont Andreas Knapp, Caritas Generalsekretär für Internationale Programme, anlässlich des 30-jährigen Bestehens der UN-Kinderrechtskonvention.

Am 20. November 1989 verpflichtete sich die Staatengemeinschaft, Kindern eigene Rechte zuzugestehen. In 54 Artikeln der UN-Kinderrechtskonvention wurden Minderjährigen auf der ganzen Welt Rechte auf Schutz, Versorgung und Mitbestimmung garantiert. Bis auf die USA haben alle Staaten die Kinderrechtskonvention unterzeichnet. Aber die Einhaltung der Kinderrechte ist in keinem Land der Welt garantiert.

Die Caritas macht sich daher als Mitglied des Netzwerks Kinderrechte in Österreich, gemeinsam mit 44 Organisationen und Institutionen, für die Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention stark.

Kinderrechte in Österreich

Kinderrechte werden auch in Österreich verletzt:

  • Fast ein Fünftel aller Kinder und Jugendlichen in Österreich ist armutsgefährdet. Das widerspricht dem Recht von Kindern auf einen angemessenen Lebensstandard.
  • Noch immer entscheidet hierzulande der Bildungsweg der Eltern über den ihrer Kinder: Kinder, deren Eltern einen Pflichtschulabschluss haben, erreichen seltener einen Hochschulabschluss als Kinder von AkademikerInnen. Mit einem niedrigen Bildungsstandard wird das Risiko zur Armutsgefährdung weitervererbt: Chancengleichheit fehlt.
  • Im Gesundheitsbereich fehlt es an flächendeckenden, kostengünstigen und ausreichenden Gesundheits- und Therapieangeboten für Kinder und Jugendliche.

Außerdem müssen Rechte von Kindern in Asylverfahren in Österreich besser geschützt werden (das Kindeswohl muss vorrangige Berücksichtigung in allen Verfahren finden). Eine neue Studie von UNICEF Österreich und der asylkoordination österreich (https://unicef.at/infomaterial/thematische-reports/kinder-auf-der-flucht/) hat aktuell die Situation „begleiteter Kinderflüchtlinge“ analysiert. Die Caritas fordert daher – analog zur Studie – die Etablierung kinderspezifischer Räume und familienorientierte Schutzsysteme, im Beratungskontext sowie ihnen durch Unterstützungsstrukturen im Bildungsbereich, zu einer möglichst guten Ausbildung zu verhelfen.

 

„Wenn es um Kinder geht, geht es um die Gegenwart und die Zukunft unserer Gesellschaft. In Österreich braucht es etwa dringend eine armutsfeste Sozialhilfe, die kinderreiche Familien und AlleinerzieherInnen nicht benachteiligt. Ein zweites kostenfreies, verpflichtendes Kindergartenjahr kann helfen, Kinderarmut und der Bildungsvererbung entgegenzuwirken“, erläutert Bernd Wachter, Generalsekretär der Caritas Österreich.

 

„International muss der zielgerichtete Einsatz von Entwicklungshilfe, etwa als Investition in Bildungseinrichtungen für Kinder, dazu beitragen, dass jedes Kind sein Recht auf Bildung in Anspruch nehmen kann. Das ist die beste Investition in die Zukunft, auch im Sinne der weltweiten Armutsbekämpfung“, ergänzt Andreas Knapp.

 

Caritas in Österreich und weltweit im Einsatz für Kinderrechte

Die Caritas setzt sich sowohl in Österreich als auch im Ausland setzt für Kinder und Jugendliche ein. In Österreich werden etwa in 54 Lerncafés ganz konkret 2.100 Kinder und Jugendliche unterstützt, ihre Talente zu entfalten und in der Schule gut voran zu kommen. Verschiedene Caritas Angebote helfen Familien in Not; Jugendzentren, Jugend-WGs und Notschlafstellen greifen Jugendlichen, die auf sich allein gestellt sind, unter die Arme.

 

Im Ausland werden Kinder in Katastrophensituationen besonders geschützt, in Krisenregionen und nach Naturkatastrophen. In der Rehabilitationsarbeit ist es besonders wichtig, dass für Kinder so schnell wie möglich wieder Normalität eintritt und sie eine Schule besuchen können. So werden mehr als 10.000 Kinder in Syrien, Jordanien und dem Libanon mit dem Caritas Bildungsprogramm RHEP unterstützt.

Die Caritas achtet in allen Partnerländern darauf, dass Kinder bei ihrer Familie aufwachsen können, dass sie Zugang zu Bildung und Gesundheitsförderung haben und dass Kinder mit Behinderungen besondere Förderung erhalten. So unterstützt die Caritas weltweit auch 70 Kinderzentren, in denen Kinder Hilfe beim Lernen und eine warme Mahlzeit bekommen. Außerdem lernen sie, Konflikte zu lösen und werden durch berufsbildende Angebote auf das Erwachsenenleben vorbereitet. Im Jahr 2018 erhielten damit 80.000 Kindern in den Partnerländern der Caritas Zugang zu ihren Rechten.

Social Media-Aktion: Kinderrechte im Fokus

Ab morgen wird Kindern und Jugendlichen aus dem In- und Ausland auf den Social Media-Kanälen der Caritas 30 Tage lang eine Stimme gegeben: Kinder erzählen, was sie brauchen, damit es ihnen gut geht, Caritas Projekte werden vor den Vorhang geholt und die Kinderrechte vorgestellt.

Mehr auf:

https://www.caritas.at/kinderrechte

facebook.com/caritasoesterreich

twitter.com/CaritasAustria

 

Rückfragehinweis:

Margit Draxl
Pressesprecherin
Caritas Österreich
Mobil: +43 664 8266920
E-Mail: margit.draxl(at)caritas-austria.at