Informationen zu Missbrauchsvorwürfen in der Zentralafrikanischen Republik

21.11.19

Mit Bestürzung reagiert die Caritas Österreich auf Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen gegen einen belgischen Salesianer-Pater. Der Be-schuldigte war bis Juni 2019 als Direktor der Caritas in der Zentralafrikanischen Republik tätig. Er wurde kurze Zeit nach Aufkommen der Vorwürfe aus seinem Amt entlassen. Gegen ihn wird strafrechtlich ermittelt. Im Zusammenhang mit den jüngsten Vorwürfen wurde bekannt, dass der Beschuldigte bereits im Jahr 2012 von der belgischen Justiz wegen sexuellem Missbrauch von Kindern verurteilt wurde.

Konsequenter Opferschutz und unabhängige Untersuchung eingeleitet

Am dringendsten ist jetzt aus Sicht der Caritas Österreich der Schutz der Opfer so-wie eine lückenlose Aufklärung der Vorwürfe.

Als Reaktion auf die schweren Anschuldigungen wurde eine von einem unabhängigen Ermittler geleitete Untersuchung über die Missbrauchsvorwürfe in der Zentralafrikanischen Republik durchgeführt. Darüber hinaus wird eine unabhängige Untersuchung stattfinden, die klären soll, wie der Beschuldigte mit Wissen seines Ordens trotz seiner Verurteilung eine Anstellung innerhalb der Caritas-Konföderation erhalten konnte. Veranlasst wurden die Untersuchungen durch das Generalsekretariat des internationalen Caritas-Dachverbandes in Rom. 

Was tut die Caritas im Kampf gegen Missbrauch?

Das internationale Caritasnetzwerk hat seit dem Jahr 2002 Kinderschutzrichtlinien, die für alle Mitgliedsorganisationen gelten und einzuhalten sind. Diese wurden im Jahr 2018 um eine Richtlinie zum Schutz von Kindern und vulnerablen  Menschen erweitert, außerdem wurde ein weltweites Beschwerdemanagement-System eingeführt. Seit Januar 2018 werden weltweit Trainings zu diesem Themenfeld durchgeführt. 

Die Caritas Österreich legt seit 2010 einen Schwerpunkt in der Auslandsarbeit auf das Thema Kinderschutz: Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sowie alle lokalen Partnerorganisationen, mit denen die Caritas Österreich zusammenarbeiten, müssen sich zum Schutz von Kindern und vulnerablen Menschen in ihren Programmen bekennen. Seit damals wurden in Österreich, aber auch bei den Partnerorganisationen weltweit zahlreiche Trainings für MitarbeiterInnen durchgeführt, Beschwerdemechanismen erarbeitet und zuständige Ansprechpersonen ausgebildet. Die 2012 erarbeitete Child Protection Policy (CPP) der Caritas Internationalis wurde unter Beiziehung externer ExpertInnen für die Caritas Österreich im Jahr 2014 überarbeitet und von den CaritasdirektorInnen im selben Jahr als gültiges Dokument für die gesamte Organisation beschlossen. 

Weitere Informationen zu den Kinderschutzrichtlinien der Caritas Österreich finden Sie hier: https://www.caritas.at/ueber-uns/kinderschutz/

Die Caritas Österreich ist Teil der weltweiten Caritas-Konföderation, bestehend aus 165 nationalen Caritas-Organisationen. Auch die Caritas Zentralafrikanische Republik ist als rechtlich eigenständige Organisation Teil dieses Dachverbandes. 

Die österreichische Caritas ist in der Zentralafrikanischen Republik nicht tätig.