Syrien: Europa muss Hilfe vor Ort sicherstellen

28.02.20

Auslandshilfechef Knapp appelliert an Österreich und Staatengemeinschaft: „Fehler aus 2015 nicht wiederholen! Europa muss Hilfe vor Ort sicherstellen“ Caritas bittet für Spenden.

Angesichts der zunehmend prekären Lage im Norden Syriens und jüngster Schlagzeilen, wonach die Türkei erwägt, den EU-Türkei-Deal aufzukündigen, appelliert Caritas-Auslandshilfechef Andreas Knapp: „Österreich und die internationale Staatengemeinschaft sollten den Fehler aus dem Jahr 2015 nicht wiederholen und rasch effektive Hilfe für geflüchtete Menschen in und um Syrien, aber auch in Griechenland und in den unterschiedlichen Ländern des Balkans sicherstellen.“ Knapp erinnert in einer Aussendung daran, dass spätestens ab dem Jahr 2014 bekannt war, dass geflüchtete Männer, Frauen und Kinder in den großen Lagern der Region völlig unterversorgt waren. „Die fehlenden Mittel für das World Food Programme waren damals ein maßgeblicher Grund für die große Fluchtbewegung. Es ist unser aller Verantwortung, sicherzustellen, dass sich eine solche humanitäre Tragödie nicht wiederholt“, so Knapp. „Allerdings häufen sich die Anzeichen, dass genau dies wieder geschehen könnte. Das WFP der Vereinten Nationen hat zuletzt betont, dass die Staaten ihre Hilfe deutlich intensivieren müssen. In Syrien mussten bereits Notrationen verkleinert werden. Weitere Kürzungen stehen im Raum. Als Caritas appellieren wir an die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union – und somit auch an Österreich – ihre Hilfe vor Ort deutlich zu verstärken. Die Tatsache, dass dieser Krieg bereits viele Jahre dauert, darf nicht dazu führen, dass wir ihn verdrängen und die Kinder vor Ort vergessen. Die wirksamste Hilfe, um Flucht und Migration zu verhindern ist die Hilfe vor Ort.“ An die Österreichische Bundesregierung gewandt: „Auch ein kleines Land wie Österreich kann hier einen wichtigen Beitrag leisten und etwa die Mittel des Auslandskatastrophenfonds weiter erhöhen.“ Länder rund um Syrien würden heute die meisten Flüchtlinge aufnehmen. „Durch Resettlementprogramme können wir diese Länder bei der Aufnahme unterstützen und besonders vulnerablen Flüchtlingen wie Kindern eine Lebensperspektive bieten.“

900.000 Menschen im Norden Syriens auf der Flucht

Im Nordwesten Syriens sind seit Anfang Dezember 900.000 Menschen auf der Flucht – die meisten von ihnen sind Frauen und Kinder. Mindestens zehn Kinder sollen in den vergangenen Tagen bereits erfroren sein. Knapp: „Die Caritas hat seit Ausbruch des Kriegs in Syrien 180.000 Menschen geholfen. Seit Anfang September 2015 haben wir mit unseren Partnern darüber hinaus ein regionales Bildungsprogramm für syrische Flüchtlingskinder im Libanon und Jordanien gestartet, das insgesamt mehr als 10.000 Kinder und Jugendliche konkret hilft und unterstützt. Doch klar ist auch: Wir müssen gegenwärtig deutlich mehr Hilfe leisten – nicht nur um Bildung und Therapien für Kinder zu ermöglichen, sondern auch, um ganz basale Versorgung mit Lebensmitteln, Wasser und Hygieneprodukten sicherzustellen. Das gilt in und um Syrien. Es gilt aber genauso auch entlang der Länder des Balkans und in Griechenland, wo teils dramatische Zustände herrschen.“

Spenden für Babynahrung, Hygienepakete und Nahrungsmittel benötigt

Die Caritas hat sich das Ziel gesetzt, in den kommenden Wochen genügend Spenden zu sammeln, damit die Hilfe für 10.000 Kinder in Kriegs- und Krisengebieten auch im kommenden Jahr fortgesetzt werden kann. Knapp: „Unsere Partner vor Ort berichten von dramatischen Zuständen. Es mangelt an den grundlegendsten und lebensnotwendigsten Dingen. Meine Bitte an Sie: Lassen wir die vielen Kinder, die Krieg und Verfolgung ausgesetzt sind, nicht im Sticht.“

 

So hilft Ihre Spende:

Mit 10 Euro wird ein Baby mit Zusatznahrung für eine Woche

versorgt.

20 Euro kostet ein Hygienepaket für 3 Monate.

50 Euro kosten Gutscheine für Nahrungsmittel für einen Monat für eine fünfköpfige Familie.

Caritas Spendenkonto:

Erste Bank

IBAN: AT23 2011 1000 0123 4560

Spendenzweck: Flüchtlingshilfe

Rückfragehinweis:

Martin Gantner,

Pressesprecher Caritas Erzdiözese Wien

0664/889 52 760

martin.gantner(at)caritas-wien.at

© Jürg Christandl, Kurier