Caritas Österreich schickt Mitarbeiter nach Griechenland und stellt Soforthilfegelder zur Verfügung

05.03.20

Zwei Mitarbeiter der Caritas fliegen Donnerstag nach Athen, um die Unterstützung der Caritas vor Ort zu organisieren. Spenden werden dringend gebraucht. Langfristig benötigt es gemeinsame europäische Lösungen für geflüchtete Menschen.

Fotos zum kostenlosen Download: https://wolke.caritas-wien.at/index.php/s/4kR9iWxABr4Y9cw?path=%2F Credit: Caritas Austria

Die Lage an der griechischen Grenze und auf den griechischen Inseln hat sich in den vergangenen Stunden und Tagen stark zugespitzt. Die Türkei und Griechenland sind nicht mehr in der Lage, allein alle Schutzsuchenden zu versorgen. Am Donnerstagnachmittag fliegen die Caritas Mitarbeiter Thomas Preindl und Klaus Schwertner nach Griechenland, um sich ein Bild von der Lage vor Ort zu machen und die Unterstützung durch die österreichische Caritas in Griechenland zu organisieren. „Es macht mich betroffen, dass sich die Lage in Griechenland wieder derart zugespitzt hat“, so der langjährige Katastrophenhelfer der Caritas, Thomas Preindl, und weiter: „Ich war bereits 2015 in Idomeni an der mazedonischen Grenze und ich bin bestürzt, dass bislang keine gemeinsame europäische Linie für schutzsuchende Menschen gefunden werden konnte. Wir helfen als Caritas seit Jahren vor Ort – auf den griechischen Inseln selbst, aber auch in der Balkanregion und in und um Syrien. Was sich an der türkisch-griechischen Grenze abspielt ist eine Tragödie und macht einmal mehr deutlich: Hier wird es auf lange Sicht eine gemeinsame europäische Lösung wie beispielsweise humanitäre Aufnahmeprogramme brauchen – so wie es sie auch in Österreich in der Vergangenheit bereits gegeben hat.“

Caritas stellt 50.000 Euro aus dem Katastrophenfonds bereit

Die Caritas Österreich hat – neben der langjährigen Hilfe – nun in den vergangenen Tagen 50.000 Euro zusätzlich aus den Mitteln des Caritas Katastrophenfonds für die Hilfe in Griechenland zur Verfügung gestellt. Klaus Schwertner, Generalsekretär der Caritas der Erzdiözese Wien: „Die Solidarität mit den geflüchteten Menschen im türkisch-griechischen Grenzgebiet und mit den vielen Frauen und Kindern, die in überfüllten Flüchtlingslagern ausharren, ist sehr groß. Wir sind dankbar für die Spenden, die bereits eingegangen sind. Klar ist aber, dass noch wesentlich mehr Hilfe gebraucht wird, um die Menschen zumindest mit dem Notwendigsten zu versorgen. Es fehlt an allem: An Notunterkünften, Trinkwasser und Lebensmitteln“, so Klaus Schwertner, Generalsekretär der Caritas Wien.

Die Caritas hilft aktuell vor allem auf Lesbos und Chios. Geflüchtete erhalten im Lager Kara Tepe Notfallpakete (Hygienematerial, Decken, Kleidung). Sowohl auf den Inseln als auch am Festland unterstützt die Caritas bei der Sicherstellung der medizinischen Versorgung. In Kara Tepe erhalten besonders Schutzbedürftige, darunter Folteropfer, Menschen mit Behinderung und hochschwangere Frauen, psychologische Hilfe um die Erlebnisse vor und auf der Flucht verarbeiten zu können. In der aktuellen Situation hat die Caritas Österreich umgehend 50.000 aus dem Katastrophenfonds bereitgestellt.

Die Caritas ist bereits seit 2015 in Griechenland aktiv und unterstützt vor allem bei der Integration der Flüchtlinge. Gemeinsam mit der UNHCR haben 26.000 Menschen durch das nationale Shelterprogramm in Athen und Thessaloniki Schutz und Unterkunft bekommen. Kinder können die Schule besuchen und Griechisch lernen. Eltern werden bei Amtswegen unterstützt und erhalten Sprachkurse. Besonders schutzbedürftige Menschen werden im Stadtteil Neos Kosmos in Athen in einem Caritasgebäude untergebracht und betreut.

Resettlement als mittelfristige Lösung

Aus Sicht der Caritas braucht es jetzt vor allem schnelle Hilfe vor Ort, um die aktuelle Lage gut zu bewältigen. Den besonders betroffenen Ländern muss bei der Bewältigung der Situation geholfen werden. Mittelfristig gibt es das Instrument des Resettlement, so dass besonders vulnerablen Menschen geholfen werden kann und um eine legale Möglichkeit zu schaffen, Asyl zu bekommen. Langfristig ist es unabdingbar, dass weitere Maßnahmen und Schritte in Richtung einer gemeinsamen, europäischen Lösung gesetzt werden. „Sicherheit an den Grenzen und ein menschlicher Umgang sind möglich, wenn hier mit Augenmaß und Bedacht gehandelt wird“, sind Preindl und Schwertner überzeugt. „Letztlich geht es auch darum, die Basis unseres europäischen Rechtssystems, die Menschenrechte, zu schützen und das Asylrecht für die Zukunft abzusichern.“ 

Hilfe wird dringend gebraucht.

Mit 30 Euro spenden Sie ein Nothilfepaket für die Menschen vor Ort.

 

Caritas Spendenkonto

BAWAG PSK IBAN: AT92 6000 0000 0770 0004; BIC: OPSKATWW

 

Kennwort: Flüchtlingshilfe

www.caritas.at/griechenland

 

Interview-Rückfragen:

Eunike de Wilde

Presse

Caritas Österreich

Mobil: +43 676 780 46 77

Email: eunike.dewilde(at)caritas-austria.at

 

Mag. (FH) Martin Gantner

Pressesprecher

Caritas der Erzdiözese Wien

Tel: +43 0664/889 52 760 o. 01/878 12 221

Mail: martin.gantner(at)caritas-wien.at