Internationaler Frauentag: Caritas ist weiblich!

06.03.20

Frauen leisten als Freiwillige, Pflegekräfte, Katastrophenhelferinnen unermüdlichen Einsatz für eine bessere Welt. Zum Weltfrauentag holt die Caritas sie vor den Vorhang.

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Caritas

In der Pflege, in der Armutsbekämpfung, in der Familienhilfe und in allen entwicklungspolitischen Projekten – In praktisch allen ihren Betätigungsfeldern setzt sich die Caritas für eine stärkere Stimme von Frauen ein. Aber auch hinter diesem Engagement stehen zahlreiche Frauen, die tagtäglich Unglaubliches für Menschen in Not sowohl in Österreich, aber auch im Ausland, leisten.
„Es sind mehrheitlich Frauen, die sich täglich für notleidende Menschen im In- und Ausland einsetzen: Als hauptamtliche MitarbeiterInnen genauso wie als engagierte Freiwillige; Frauen sind längst in der Mehrheit, wenn es ums Helfen geht“, sagt Hildegard Aichberger, Kommunikationsleiterin der Caritas Österreich.

Die Frauen hinter der Caritas

Eine dieser Frauen hinter der Caritas ist Judith Hameseder. Die gebürtige Niederösterreicherin ist seit mehr als vier Jahren im Nahen Osten für die Caritas Österreich im Einsatz. Zurzeit lebt sie im Libanon und ist Regionalkoordinatorin für das Bildungsprojekt RHEP für syrische Kinder. Sie betreut aus Beirut aus Projekte der Caritas, die in Syrien umgesetzt werden. „Was einem sehr stark bewusst wird, wenn man länger hier in der Region lebt oder einfach länger außerhalb Österreichs oder Europas wohnt, ist die Tatsache, mit welchen Privilegien wir geboren werden – rein aufgrund des Ortes, an dem wir auf die Welt kommen. Und ich denke, eines der wichtigsten Dinge ist es solidarisch zu sein mit Menschen, die diese Privilegien nicht haben – aufgrund ihrer Herkunft, ihrer Religion oder anderen Gründen“, ist die Katastrophenhelferin überzeugt.
Auch in Österreich ist die Frauenpower in den 1.600 Caritas Standorten nicht wegzudenken. Claudia Ferner ist Leiterin des „Haus Luise“, ein Mutter-Kind-Haus in Wien. Das Haus Luise ist eines von 12 Mutter-Kind-Häusern österreichweit, in dem es für insgesamt 447 Mütter und ihre Kinder in Not einen Zufluchtsort gibt. „Wenn Frauen aus dem Mutter-Kind-Haus ausziehen, sind sie sehr gestärkt. Viele Frauen kommen mich auch später besuchen und bedanken sich, dass jemand für sie in der größten Not da war. Das berührt mich immer sehr“, meint Ferner.
Eine von 50.000 freiwilligen MitarbeiterInnen ist Erna Kranzl. Nach langjähriger Pflege eines Angehörigen wollte sie eigentlich eine Auszeit nehmen und vielleicht auf Reisen gehen. Doch durch einen Zufall erfuhr sie von der Möglichkeit im carla Amstetten freiwillig mitzuarbeiten und entschied sich statt eines Urlaubs für das freiwillige Engagement. Heute leitet Kranzl das carla Amstetten als hauptberufliche Mitarbeiterin. Was sie täglich motiviert? „Hier im carla Amstetten sind wir ein Team, eine Familie. Wir arbeiten alle miteinander am selben Ziel und jeder wird hier so angenommen, wie er ist.“

Frauen sind besonders von Armut betroffen

Unser Ziel als Caritas ist es, die vielen Gesichter der Armut zu bekämpfen. Und sehr oft ist es das Gesicht einer Frau: Wohnungslose Frauen, Alleinerziehende, Pensionistinnen und Frauen, die auf Mindestsicherung angewiesen sind. Frauen haben gegenüber Männern ein leicht erhöhtes Armutsgefährdungsrisiko. 510.000 Frauen im Alter von 20 und mehr Jahren heute zur armutsgefährdeten Gruppe.
Besonders auffallend wird der Unterschied im Alter. Denn Altersarmut ist in Österreich in erster Linie ein „weibliches“ Problem. Die neuesten Zahlen der Statistik Austria (EU-SILC 2018) belegen das auf alarmierende Weise. Während die allgemeine Armutsgefährdung bei 14,3% lag, waren Frauen über 65 mit 18% deutlich stärker betroffen. Noch dramatischer ist die Armutsgefährdung bei alleinstehenden Frauen in Pension; hier steigt die Armutsgefährdung mit 26% fast auf das Doppelte, davon sind 85.000 Frauen betroffen. Männer waren in beiden Gruppen unterdurchschnittlich betroffen.

Caritas fordert angerechnete Pensionsversicherungszeiten für pflegende Frauen und Mütter

Viele Frauen schlittern in die Altersarmut, weil ihnen aufgrund von Kinderbetreuung und anderer Pflegearbeit Pensionsversicherungsjahre fehlen. Nach wie vor sind es vermehrt Frauen, die Betreuung und Pflege leisten. Das zeigt sich auch in den Zahlen der Arbeitsverhältnisse: Während 72% der Männer Vollzeit und nur 6% Teilzeit beschäftigt sind, liegen die Anteile bei Frauen bei 34% (Vollzeit) sowie 31% (Teilzeit). Als Caritas fordern wir ein verbessertes Entlastungsangebot für pflegende Angehörige, den Ausbau von zeitlich flexiblen, mobilen Diensten sowie Rechtsanspruch auf finanzielle Unterstützung für Ersatzpflege. Unabdinglich für die finanzielle Unabhängigkeit für Frauen im Alter ist außerdem, dass Pflege und Kinderversorgung auch in das Pensionsversicherungskonto einzahlen.

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Eunike de Wilde
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