Die Corona-Krise besiegen wir weltweit oder gar nicht: Caritas und Diakonie fordern Internationales Covid-19 Rettungspaket mit Soforthilfe von 100 Millionen Euro

26.05.20

Mädchen steht auf einem kargen Feld

Die angekündigte Erhöhung der Bundesregierung für internationale Hilfe vor Ort ist ein wichtiger erster Schritt, aber es braucht noch mehr

 „Covid-19 ist nicht nur eine gesundheitliche Katastrophe. In den Ländern des Globalen Südens droht auch eine humanitäre und wirtschaftliche Katastrophe infolge des Virus und Lockdowns – mit Auswirkungen auch auf Österreich“, sagt Andreas Knapp, Generalsekretär für Internationale Programme der Caritas Österreich.

Diesen Ländern fehlen Finanzmittel und Strukturen, um die Folgen der Pandemie abzufedern. Bestehende Krisen werden zusätzlich verschärft. Bis zu 500 Millionen Menschen werden Schätzungen der UNO zufolge zusätzlich verarmen. Dadurch wird die Zahl derjenigen, die als extrem arm gelten, auf weit über eine Milliarde ansteigen.

„Infolge des Lockdowns drohen Hunger, Unruhe, Gewalt und Instabilität. Diese können ein Nährboden für Kriege, Konflikte und Terror sein. Die Folgen: Ein Zusammenbruch von Staatlichkeit, Leid, Migration, sterbende und flüchtende Menschen“, so Knapp.

„Die Covid-Krise ist eine Pandemie, also ein weltweites Problem, das nur weltweit zu lösen ist. Österreich muss jetzt dringend mithelfen, fragile Staaten zu stärken und arme Länder der Welt solidarisch zu unterstützen. Wer seinen international vereinbarten Pflichten nicht nachkommt, erhöht das Risiko weiterer Krisen“, betont Maria Katharina Moser, Direktorin der Diakonie Österreich.

Österreich muss Internationales Covid-19 Rettungspaket schnüren

Die Caritas und die Diakonie unterstützen daher die Empfehlung der AG Globale Verantwortung, dass die österreichische Bundesregierung ein Internationales Covid-19 Rettungspaket schnürt.

Dieses muss in jedem Fall folgende Punkte beinhalten:

1) Eine Soforthilfe in Höhe von 100 Millionen Euro im Jahr 2020 für Länder des Globalen Südens, um die Krise akut zu bekämpfen;

2) einen Ausbau der österreichischen Entwicklungshilfeleistungen ab 2021 wie im Regierungsprogramm vorgesehen, um langfristige Folgen abzufedern.

„Präventive Maßnahmen zur Bekämpfung der Covid-19 Pandemie, sowie Maßnahmen zur Abschwächung der Folgen und zur Stabilisierung in Ländern des Südens sind dringend nötig“, betont Diakonie Direktorin Maria Moser.

„Dass die im Budgetentwurf von März angekündigten Erhöhungen für die Hilfe vor Ort beim Budgetbeschluss am 28. Mai in die Tat umgesetzt werden sollen, ist ein wichtiger erster Schritt. Es müssen aber noch viele weitere folgen“, sind sich die VertreterInnen von Diakonie und Caritas einig.