Caritas appelliert: Den Lockdown für den Zusammenhalt nutzen

02.11.20

Caritaspräsident Landau warnt vor den sozialen Folgen der Pandemie und ruft zur Solidarität mit den besonders betroffenen Menschen auf. Die Caritas bittet um Spenden für Menschen in Not

 

Die Caritas warnt angesichts des bevorstehenden Lockdowns vor den sozialen Folgen der Pandemie. „Die Pandemie zeigt uns, dass wir alle an einem Strang ziehen müssen, miteinander und nicht gegeneinander werden wir durch diese Krise kommen. Die Krise trifft uns alle, aber die Schwächsten unserer Gesellschaft trifft sie doppelt hart. Viele Menschen sind schon durch den ersten Lockdown und die Corona-Maßnahmen in existentielle Schwierigkeiten geraten. Wir müssen verhindern, dass der zweite Lockdown diese Nöte weiter verstärkt. Aus der Corona-Pandemie darf keine Pandemie der Armut werden“, so Caritaspräsident Michael Landau. „Wir beobachten mit Sorge, dass sich seit März deutlich mehr Menschen hilfesuchend an unsere Sozialberatungsstellen wenden. Viele von ihnen hätten niemals gedacht, dass sie Hilfe von der Caritas benötigen. Selbstverständlich sind wir auch im zweiten Lockdown für Hilfesuchende in unseren 53 Sozialberatungsstellen in ganz Österreich da. Gerade jetzt zeigt sich aber auch wie wichtig der Sozialstaat für unser Land ist, und deshalb braucht es ein umfassendes Paket für armutsbetroffene Menschen.“

Insbesondere braucht es jetzt eine Fortschreibung des Mietkostenaufschubs und Delogierungsstopps. Auch im Hinblick auf die fällig werdenden Energierechnungen braucht es eine Lösung von Politik und Wirtschaft. „Wir müssen unter allen Umständen verhindern, dass Obdachlosigkeit zunimmt. Es braucht rasche und unbürokratische Hilfsgelder für jene Menschen, die Gefahr laufen ihre Wohnung zu verlieren oder denen jetzt im Winter das Geld fürs Heizen fehlt“, so Landau weiter.

Die Caritas hat indes ihre Angebote für Obdachlose massiv verstärkt. In Wien wurden die Notquartiere bereits auf 24-Stunden Betrieb umgestellt. Mit Anfang November wurde auch das Streetwork verstärkt und die Leitungen des Caritas Kältetelefons werden in mehreren Bundesländern freigeschaltet.

Pakt gegen Einsamkeit braucht rasche Maßnahmen

Corona hat mit ihren Vorgaben des „Abstand Haltens“ einen dramatischen Effekt auf das soziale Gefüge. Viele ältere Menschen, die wir als Risikogruppe zu schützen versuchen, leiden unter der Isolation, aber auch immer mehr junge Menschen fühlen sich alleine. „Einsamkeit ist ein Thema, das für viele Menschen auch schon ohne Corona ein Problem war. Die Bundesregierung hat einen Pakt gegen Einsamkeit bereits vor Monaten angekündigt, doch dieser muss jetzt rasch durch entsprechenden Maßnahmen mit Leben erfüllt werden. Für einsame Menschen braucht es rasch Angebote, damit sie nicht am Ende virenfrei sind, aber durch Einsamkeit krank werden. Durch Corona hat sich die Situation massiv verschlimmert. Hier kann jeder und jede einen Beitrag zum Zusammenhalt leisten. Bitte überlegen Sie, wer in Ihrer Umgebung einsam sein könnte und gehen Sie auf diese Menschen zu. Einsamkeit wird leider nach wie vor als beschämend empfunden, daher sollte man aktiv auf Menschen mit Hilfsangeboten zugehen“, empfiehlt Landau. „Wenn jeder und jede mithelfen, können wir statt Einsamkeit ein Gefühl des Miteinanders erzeugen“, ist Landau überzeugt.

Die Caritas hat angesichts des ersten Lockdowns gemeinsam mit „Magenta-T“ ein neues Angebot entwickelt, das sicherstellen soll, dass sich niemand alleine fühlen muss: das „Plaudernetz“ – die Nummer, die Menschen miteinander verbindet in einer Zeit des Auseinanderbleibens In Kooperation mit der "Kronen Zeitung" wurde diese „Hotline gegen Einsamkeit“ etabliert, die unter der Nummer 05/1776-100 erreichbar täglich von 12-20 Uhr erreichbar ist. Seit dem Start in März wurde sie mehr als 7.000 mal gewählt von Menschen, die jemanden zum Plaudern brauchten. Mehr als 2.500 Freiwillige haben sich auf www.plaudernetz.at angemeldet und täglich werden es mehr.

Jeder Euro zählt: Caritas bittet um Spenden für volle Einkaufswagerl

Die Caritas sieht an vielen Orten im ganzen Land, dass die Schlangen der Hilfsbedürftigen länger und länger werden. Damit steigt auch der Spendenbedarf enorm. Caritaspräsident Landau: „Klar ist: Wir können nur helfen, weil es viele Menschen in unserem Land gibt, die unsere Arbeit mit einer Spende unterstützen und unsere Hilfe damit möglich machen. Danke an die vielen Freiwilligen, die sich in den vergangenen Monaten neu bei uns gemeldet haben und mit anpacken. Jede Spende hilft, sie macht satt und sie wärmt.“

Mit 40 Euro schenken Sie einer armutsbetroffenen Familie einen vollen Einkaufswagen:

Mit einem vollen Einkaufswagen füllen Sie einen leeren Kühlschrank und machen satt. Unterstützung bei der Caritas erhalten Menschen, die von heute auf morgen in Not geraten sind.

Caritas-Spendenkonto

Erste Bank: IBAN AT23 2011 1000 0123 4560, BIC GIBAATWWXXX
Kennwort: Inlandshilfe
Online-Spenden: www.caritas.at/inlandshilfe