Caritas-Kältetelefon meldet angesichts der Minusgrade Rekordanrufe

14.01.21

Minusgrade und Lockdown bedeuten eine doppelte Gefahr für obdachlose Menschen. Streetwork-Teams der Caritas wurden nun verstärkt. Spenden für winterfeste Schlafsäcke benötigt!

„In anderen Städten Europas – etwa in Hamburg – sind Menschen bereits auf der Straße erfroren. Der aktuelle Kälteeinbruch ist auch in Österreich für obdachlose Menschen eine große Gefahr. Die Caritas hat ihre Streetwork-Einsätze in Wien deshalb noch einmal deutlich ausgeweitet, weitere Kältebusteams sind im Einsatz“, sagt Klaus Schwertner, Gf. Caritasdirektor der Erzdiözese Wien. „Dass diese Hilfe jetzt dringend gebraucht wird, sehen wir aktuell auch beim Caritas Kältetelefon: Je kälter die Temperaturen, umso heißer laufen die Telefonleitungen! Auf der einen Seite ist das gut, weil wir befürchtet haben, dass wir aufgrund des Lockdowns weniger Hinweise auf Schlafplätze erhalten würden. Auf der anderen Seite wissen wir aber, dass die eisige Kälte und der Lockdown eine doppelte Gefahr für obdachlose Menschen bedeuten. Jeder Anruf kann jetzt Leben retten.“ Die Caritas bittet die Bevölkerung um Mithilfe, die Kältetelefonnummer 01/480 45 53 im Handy einzuspeichern und die Schlafplätze von obdachlosen Menschen zu melden. In medizinischen Notfällen ist wie auch bisher ausnahmslos die Rettung unter dem Notruf 144 zu alarmieren.

Anrufe beim Kältetelefon verdoppelt

„In den letzten Tagen gingen doppelt so viele Anrufe beim Kältetelefon ein“, berichtet die Leiterin des Caritas Kältetelefons, Susanne Peter: „Allein am Mittwoch zählten wir mehr als 120 Anrufe – das ist Rekord in diesem Winter. Wir gehen jedem einzelnen Hinweis nach. Die Pandemie stellt uns jedoch vor besondere Herausforderungen. Die eiskalten Temperaturen sind gefährlich, doch wir können bei unseren Streetwork-Einsätzen den Klientinnen und Klienten nicht mehr die Hand reichen. Dabei geht es nicht nur um ein Zeichen des Respekts, sondern vor allem auch darum festzustellen, ob die Körpertemperatur der Betroffenen noch im Normalbereich liegt. Neben winterfesten Schlafsäcken und winterfester Kleidung verteilen wir deshalb nun auch heiße Suppe und Tee. Oberstes Ziel bleibt es aber, möglichst viele Menschen mit dem Kältebus in die Notquartiere zu bringen.“

Der Andrang ist groß - Notquartiere zu 90 Prozent ausgelastet, knapp 2.000 Besuche in Wärmestuben

Die Notquartiere in Wien, die seit Beginn der Corona-Pandemie auf einen 24-h-Betrieb umgestellt haben, sind bereits sehr ausgelastet. Von 876 zur Verfügung stehenden Plätzen sind aktuell 787 belegt. Auch die 27 Caritas-Wärmestuben in den Pfarren bieten diesen Winter täglich warme Getränke und Mahlzeiten, sowie einen Rückzugsort zum Aufwärmen für Menschen, die von Armut, oder Obdachlosigkeit betroffen sind. Auf Hygiene- und Abstandsregeln wird hier genau geachtet. 1.980 Besuche wurden bisher in diesem Winter gezählt.

Spenden für Gruft Winterpaket benötigt

Das Ziel der Caritas ist es mit dem breiten Angebot alle Menschen zu erreichen, die von Armut betroffen und wohnungslos sind, so Schwertner: „Der Lockdown betrifft uns alle. Aber dabei dürfen wir nicht vergessen, dass es Menschen gibt, die während dieser Eiseskälte kein Zuhause haben. Ohne Spenden wäre unsere Hilfe nicht möglich. Das betrifft das Kältetelefon, unsere mobile Notversorgung – den Caritas Kältebus, die Suppenbusse und unsere Häuser. Unsere Bitte lautet daher: Wählen Sie die Nummer des Caritas Kältetelefons, wann immer sie einen Menschen sehen, der auch in diesen kalten Winternächten im Freien übernachtet und spenden Sie ein Gruft Winterpaket: 50 Euro für einen winterfesten Schlafsack und eine warme Mahlzeit. Die Hilfe kommt an und sie wird jetzt dringend benötigt.“

 

Kalte Temperaturen machen die Situation für obdachlose Menschen noch schwieriger.

  • Wenn Sie Menschen sehen, bei denen Sie nicht wissen, ob sie Hilfe brauchen:
  • Ansprechen und fragen, ob sie Hilfe brauchen.
  • In Notfällen unbedingt die Rettung rufen (Telefonnummer 144)
  • Für konkrete Hilfe bitte eines unserer Kältetelefone oder eine unserer Einrichtungen kontaktieren: Alle Nummern hier. 

So helfen wir wohnungslosen und obdachlosen Menschen

Wir betreiben in ganz Österreich 41 Wohnungsloseneinrichtungen mit 1.793 Plätzen sowie 12 Mutter-Kind-Häuser mit Wohnplätzen für 168 Mütter und 242 Kinder. Außerdem werden 310 Startwohnungen zur Verfügung gestellt, in denen wohnungslose Menschen einen ersten Schritt in eine bessere Zukunft machen können. Zudem werden in 25 Einrichtungen die ambulante Beratung, Ausspeisung und medizinische Betreuung angeboten.

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