Weltweite Bildungskrise verschärft sich - Corona hat lebenslange Auswirkungen auf Kinder

23.01.21

Ein Drittel der Kinder weltweit hat durch die Pandemie keinen Zugang mehr zu Bildung, darüber hinaus nehmen Gewalt und Hunger zu. Die Caritas bittet um Spenden für die Kindernothilfe

Im Zuge einer virtuellen Pressereise nach Armenien warnt die Caritas vor den Auswirkungen der Corona Pandemie auf Kinder. Michael Landau, Präsident der Caritas Österreich: „Die Corona Pandemie verursacht Bildungslücken und hat Auswirkungen auf das Leben jedes Kindes weltweit. Doch die langfristigen negativen Folgen werden vor allem die ärmsten Länder betreffen und dort wiederum jene Kinder, die unter den schwierigsten Bedingungen aufwachsen.“ Laut UNICEF könnten durch die Pandemie weltweit rund 150 Millionen Kinder zusätzlich verarmen. Ihnen wird der Zugang zu Gesundheitsversorgung, sauberem Wasser und Hygiene erschwert. Und zum ersten Mal in der Geschichte wurde die Bildung einer ganzen Generation unterbrochen.

Bildungskrise verschärft sich – Zukunftschancen schwinden

188 Länder weltweit haben Schulschließungen im Zuge der Bekämpfung von Covid-19 zur Folge, 1,6 Milliarden Kinder und Jugendliche sind von Schulschließungen betroffen. Zwei Drittel davon erhalten Fernunterricht über Radio, Fernsehen oder Internet. „Im Hinblick auf den Welttag der Bildung ist es alarmierend, dass ein Drittel der Kinder gar keinen Zugang mehr zu Bildung hat und nur 30 Prozent der ärmsten Länder auf Fernunterricht umgestellt haben“, warnt Andreas Knapp, Generalsekretär für Internationale Programme der Caritas Österreich.

„Ein Schulbesuch bedeutet für viele Kinder nicht nur Bildung und Zukunftschancen, es ist oft auch das Hinauskommen aus belastenden Familiensituationen oder die einzige Chance auf eine warme Mahlzeit. Zu den Konsequenzen der Pandemie und den Schulschließungen zählt beispielsweise auch, dass Mädchen verheiratet werden, um wieder eine Esserin weniger am Tisch zu haben. Viele Kinder müssen arbeiten gehen, um einen Verdienstausfall der Eltern wettzumachen oder für die Geschwister zu sorgen“, so Knapp. Der hohe Druck, der auf den Familien durch den Verlust der Arbeit oder des Einkommens sowie durch beengte Wohnverhältnisse lastet, zeigt zusätzlich oft seine Wirkung in gestiegener Gewaltbereitschaft in den Familien.

Armenien zwischen Krieg und Lockdown

Im Rahmen einer virtuellen Pressereise hat die Caritas ihren Blick nach Armenien gerichtet. Gut zwei Monate nach Ende der Kämpfe in der Konfliktregion Bergkarabach ist zu befürchten, dass tausende Familien, die nach Armenien flüchten mussten, ihre Heimat permanent verloren haben. Das bereits schwer gezeichnete Armenien muss für sie nun eine dauerhafte Lösung finden. Zudem bahnt sich eine schwere innerpolitische Krise an.

„Zudem stehen viele Menschen in Armenien durch die Pandemie und die grundsätzlich prekären Beschäftigungsverhältnisse vor einem großen finanziellen Problem. Es fehlt an allen Ecken und Enden: Sozial benachteiligte Familien können sich keinen Mund-Nasen-Schutz oder Desinfektionsmittel leisten.“, sagt Knapp. Die Caritas ist seit vielen Jahren mit zahlreichen Projekten in Armenien zur Unterstützung armutsbetroffener Kinder und Kinder aktiv und hilft aktuell Familien mit Corona-Hilfspakete.

Es braucht: Weltweite Covid-19-Bildungsoffensive …

„Es ist die Verantwortung der Regierungen, Ungleichheit und Armut, die durch die Pandemie verschärft werden, entschieden zu bekämpfen, mit dem Ziel, kein Kind zurückzulassen“, betont Caritas-Präsident Landau und appelliert an Regierungen und Geldgeber: „Es braucht eine gemeinsame, weltweite Covid-19-Bildungsoffensive, die sicherstellt, dass trotz Krisen und Katastrophen Lernen lebendig gehalten wird, dass Kinder – vor allem von Armut betroffene Kinder und vor allem Mädchen – sicher in die Schulen zurückkehren können, und widerstandsfähige Bildungssysteme gebaut werden“. Der Zugang zu Bildung, Schutz vor Gewalt und Ausbeutung, Gesundheitsversorgung und Ernährung müssen dabei oberste Priorität haben.

… und Erhöhung der Mittel für Entwicklungshilfe

Die Organisation Save the Children schätzt, dass zwischen 86 und 117 Millionen Kinder weltweit als Folge der Pandemie in ein Leben in extremer Armut zurückfallen könnten – zusätzlich zu den 386 Millionen Kindern, die bereits im Jahr 2019 ein Leben unter der Armutsgrenze führen mussten. Darüber hinaus müssen für 368,5 Millionen Kinder in 143 Ländern weltweit, die bisher über Schulspeisungsprogramme ernährt werden, neue Wege gefunden werden, um diesen Mangel auszugleichen.

„Es braucht eine Erhöhung der Entwicklungshilfeausgaben auf 0,7% des BNE um Armut und Ungleichheit schon im Kindesalter zu beenden. Im Jahr 2019 haben sich so viele Länder in Konflikten befunden, wie noch nie seit der Einführung der Kinderrechtskonvention im Jahr 1989. Und Kinder betreffen Krisen oft am stärksten, die Langzeitfolgen sind fatal. Wir können diese Hilfe vor Ort verstärken und müssen in Sachen Bildung und Armutsbekämpfung zusammenhalten“, appelliert Landau an die Bundesregierung.

So hilft die Caritas armutsbetroffenen Kindern im Lockdown

Die Caritas Österreich unterstützt weltweit 90.000 Kinder beim Lernen. Speziell Bildungsangebote für Mädchen in Regionen, in welchen sie traditionell eher vom Unterricht ausgeschlossen werden zeigen Erfolge, da Zwangsverheiratungen so vielfach verhindert werden können. Im Zuge der Corona-Krise wurden im vergangenen Jahr zusätzlich 30.000 Kinder mit Nothilfepaketen unterstützt. Maßnahmen wie Lebensmittelpakete, Gutscheine, Hygienematerial und Medikamente haben die Not kurzfristig gelindert.

Deine Spende = Meine Zukunft

Die Kindheit ist eine Zeit des Lachens, des Spielens, des Ausprobierens, der Unbeschwertheit. Sie ist eine Zeit der Chancen, der Perspektiven, der Träume.

Die Zukunft von Millionen Kindern weltweit ist durch die Corona-Krise jedoch noch unsicherer geworden. Durch die wirtschaftlichen Auswirkungen und das fehlende soziale Netz in vielen Ländern verschärft sich die Armut. Schulschließungen versperren vielen Kindern den Zugang zu Bildung, ihre Hoffnung auf eine chancenreiche Zukunft. Dagegen müssen wir jetzt gemeinsam etwas tun.

Werden Sie Pate!

Mit einer Patenschaft für Kinder ermöglichen Sie planbare und langfristige Hilfe. Werden Sie Patin/Pate unter www.patenschaften.at/kinder

Spenden Sie jetzt!

Erste Bank: IBAN AT23 2011 1000 0123 4560, BIC GIBAATWWXXX
Kennwort: Kinder in Not
Online-Spenden: www.caritas.at/kinder

  • Mit 30 Euro ermöglichen Sie einem Kind in Armenien einen Monat lang den Besuch eines Tageszentrums.
  • Mit 60 Euro ermöglichen Sie einem Kind in Armenien Zugang zum Distance-Learning und ein Corona-Hilfspaket für die Familie.
  • 100 Euro ermöglichen einer Schulklasse in Kenia Distance Learning über solarbetriebene Radios und die Bereitstellung von Lernmaterialien.

Wir danken unseren Sponsoren Erste Bank und Sparkassen sowie dem Wiener Städtische Versicherungsverein für die Unterstützung.

Für Rückfragen:

Melanie Wenger-Rami, Leitung Öffentlichkeitsarbeit & Pressesprecherin
Caritas Österreich
Tel.: +43 664 82 66 920
E-Mail: melanie.wenger-rami(at)caritas-austria.at

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