Ein Kinderrecht

Wir hören von Kriegen, Zerstörung, Naturkatastrophen und Flüchtlingswellen; dass heute mehr Menschen auf der Flucht und von Katastrophen betroffen sind, als während des Zweiten Weltkriegs. Hinter jeder Zahl steht ein Mensch, jeder zweite davon ist ein Kind – also 65 Millionen unter 18-Jährige.

 

Jedes 45. Kind ist auf der Flucht!

Sie sind schutzlos und verletzlich. Viele sind mit Familienangehörigen zusammen, viele andere aber allein. Sie haben Schreckliches erlebt, manche gar gesehen, wie Eltern oder Geschwister gestorben sind. Sie haben das Vertraute verloren, das ihnen Sicherheit gab: ihr Zuhause und die Gewissheit, dass Bezugspersonen bei ihnen sind und bleiben. Vielleicht mussten sie ihr Stofftier in den Trümmern ihres Hauses zurücklassen und konnten sich nicht von ihren FreundInnen verabschieden. Sie können niemandem vertrauen, weil alles Vertraute weg ist. Oder sie müssen anstatt zu lernen, um Hilfspakete anstehen, vielleicht sogar arbeiten. Manche müssen die Großmutter pflegen und damit eine übergroße Verantwortung tragen, weil die alleinstehende Mutter im Ausland arbeitet, um Geld zu schicken.

 

Internationale Programme der Caritas

Die Stärkung der Widerstandskraft des Kindes und eine stabile, emotional positive Beziehung zu mindestens einer Bezugsperson sind wesentlich. Dies geschieht im Rahmen der Familienberatung genauso wie in Tageszentren zwischen Kindern und BetreuerInnen. Die Kinder sollen nicht nur die Schule mit positiven Noten abschließen, sondern auch ihre Persönlichkeit entwickeln, einfache alltägliche Fertigkeiten erlernen und erproben sowie ein Modell für ein positives Zusammensein erleben. Besonders für Kinder auf der Flucht entsteht durch den Besuch von Kinderbetreuungseinrichtungen ein Stückchen Normalität: ohne mit den Sorgen der Eltern konfrontiert zu sein, können sie mit Gleichaltrigen spielen, lernen und in einer freundlichen Umgebung gemeinsam essen, wie z.B. im „Safe House“ in Mazedonien.

 

Ein wesentlicher Aspekt, um ein Aufwachsen in Sicherheit und vor Vernachlässigung geschützt zu ermöglichen, ist die Arbeit mit den meist überforderten Eltern: Oft ist Armut der Hauptgrund oder eigene Traumata führen zur Vernachlässigung der Kinder. Die Caritas will Familien stärken und Kindern ein gutes Aufwachsen zu Hause zu ermöglichen.

 

Auch ein schützendes Umfeld in Kinderheimen ist notwendig: aus vielen Ländern wissen wir, dass in der Vergangenheit gerade große Kinderheime kein Ort der Sicherheit, sondern der Gewalt, des Missbrauchs und der Ausbeutung waren. Dem steuert die Caritas dagegen und unterstützt die Partnerorganisationen, für Kinder, die nicht bei ihren Eltern aufwachsen können, kleine Wohngruppen mit familienähnlichem Umfeld zu schaffen, wo sie Sicherheit und Geborgenheit erleben. Die Partner der Caritas sind verpflichtet, Richtlinien zum Schutz der zu betreuenden Kinder, zu entwickeln und umzusetzen. Regelmäßige Trainings, festgelegte Abläufe im Falle eines Vorkommnisses, Ansprechpersonen und Ombudsleute tragen verstärkt zur Sicherheit der Kinder bei.

 

Kinder sind unsere Zukunft. Damit diese lebenswert wird, ist es notwendig, dass Kinder trotz schwieriger Bedingungen in der Gegenwart Vertrauen fassen, um starke Erwachsene zu werden.