Begleitung von Menschen mit geistiger Behinderung im Alter


Wann: 01.03.17 / 09:00

Menschen mit geistiger Behinderung werden heute älter als noch vor 20 Jahren. Das ist erfreulich, bringt aber auch neue Fragen und Herausforderungen für Fachkräfte in der Begleitung von Menschen mit geistiger Behinderung mit sich.

Wie verlaufen Alterungsprozesse bei Menschen mit geistiger Behinderung? Welche Auswirkungen hat es auf Einrichtungen, wenn Klient/innen älter werden? Wie kann der Übergang vom Arbeitsleben in den Ruhestand gestaltet werden? Was tun, wenn Menschen mit geistiger Behinderung pflegebedürftig oder dement werden? Wie können schwerkranke und sterbende Menschen mit geistiger Behinderung am Lebensende gut begleitet werden?

Der neu konzipierte Lehrgang „Begleitung von Menschen mit geistiger Behinderung im Alter“ bietet einen Rahmen, sich fundiert mit diesen Fragen auseinanderzusetzen. Ein Referent/innen-Team mit viel Praxisbezug gestaltet neun Lehrgangstage rund um die Themen Alterungsprozesse bei Menschen mit geistiger Behinderung, einrichtungsspezifische Herausforderungen und Lösungsansätze, Angehörigen-arbeit, Demenz, Betreuung und Pflege, Abschied, Tod und Trauer, Biographiearbeit und person-zentriertes Arbeiten.

Termine
Modul 1: Mittwoch 01., Donnerstag, 02. und Freitag 03. März 2017
Modul 2: Donnerstag, 20. und Freitag, 21. April 2017
Modul 3: Freitag, 23. und Samstag, 24. Juni 2017
Modul 4: Donnerstag, 21. und Freitag 22. September 2017
jeweils 9:00 bis 17:00 Uhr, 72 Unterrichtseinheiten

Inhalte der Module

Modul 1 Grundlagen
Referentinnen: Mariana Kranich, Praxisgespräch Johanna Heimerl

  • Alterungsprozesse von Menschen mit geistiger Behinderung erkennen: typische körperliche, geistige und seelische Veränderungen, häufige Erkrankungen, Bedürfnisse alter Menschen mit geistiger Behinderung
  • Auswirkungen auf Einrichtungen der Behindertenarbeit: mögliche Veränderungen des Betreuungsauftrages, Gestaltung des Übergangs vom Arbeitsleben in den Ruhestand, Gestaltung des Ruhestandes
  • Besonderheiten der Angehörigenarbeit mit alten Eltern
  • Praxisgespräch zum Thema Angehörigenarbeit

Modul 2 Demenz & Pflege
Referentinnen: Barbara Kleissl (Demenz), Christine Hosp und Sonja Hasenauer (Pflege)

  • Demenz bei geistiger Behinderung: Formen – Verlauf – Symptomatik – Diagnostik
  • Betreuungskonzepte für Menschen mit geistiger Behinderung und Demenz
  • Ansätze aus der Validation und aus der einfühlsamen Kommunikation
  • Goldene Regeln im Umgang mit Menschen mit geistiger Behinderung und Demenz
  • Bedarfsgerechte Gestaltung der Lebenswelt von älter werdenden Menschen mit Behinderungen (Begleitung und Unterstützung in den alltagspraktischen Fertigkeiten)
  • Ältere Menschen mit Behinderung in ihrer Bewegung unterstützen und Vorstellung von sturzpräventiven Angeboten
  • Vorstellung von technischen Hilfsmitteln und Alltagshilfen
  • Herausforderungen für Mitarbeiter/innen bei erhöhtem Pflegebedarf von alten Menschen mit Behinderung
  • Personenzentrierte  Begleitung bei Krankenhausaufenthalten

Modul 3 Abschied, Tod und Trauer & Biographiearbeit
Referent/innen: Elisabeth Draxl und Dietmar Wolf (Abschied, Tod und Trauer), Maria-Luise Greiter (Biographiearbeit)

  • Wie Menschen mit geistiger Behinderung Abschied, Tod und Trauer (anders) erleben
  • Begleitung schwerkranker und sterbender Menschen mit geistiger Behinderung
  • Bedürfnisse von Mitbewohner/innen und Betreuer/innen in dieser besonderen Zeit
  • Begleitung von Menschen mit geistiger Behinderung in Trauerprozessen
  • Chancen und Möglichkeiten der Biographiearbeit 
  • Konzeptionelle Aspekte der Biographiearbeit: welcher Rahmen trägt zum Gelingen bei; was darf nicht passieren; Besonderheiten der Biographiearbeit mit Menschen mit geistiger Behinderung
  • Methoden der Biographiearbeit für Menschen mit geistiger Behinderung
  • Biographiearbeit mit Menschen mit geistiger Behinderung und Demenzerkrankung

Durchführung und Dokumentation eines Praxisprojektes 
Sommer 2017, Betreuung Christine Hosp

Modul 4 Personzentriertes Arbeiten & Praxistag
Referent/innen: Roland Moser (Personzentriertes Arbeiten), Gernot Wörle, Waltraud Haberl, Christine Hosp, Elisabeth Zöhrer (Praxistag)

„Ernstnehmen – Zutrauen – Verstehen“ ist ein personzentriertes Konzeptes, das ganz auf die praktische Arbeit im Alltag von sozialen Einrichtungen zugeschnitten ist. Es wurde von Marlis Pörtner entwickelt und vermittelt Menschen, die in diesem Bereich tätig sind, konkrete Richtlinien für eine personzentrierte Arbeitsweise. Im Rahmen des Lehrgangstages lernen die Teilnehmenden die Grundlagen des personzentrierten Ansatzes nach Pörtner kennen. Sie können diesen in die Praxis übertragen und in ersten Schritten anwenden. 
Im Rahmen des Tages "Aus der Praxis" stellen Gernot Wörle und Waltraud Haberl Fallbeispiele, Konzepte und Projekte zur Begleitung und Betreuung von älterwerdenden Menschen mit geistiger Behinderung vor. Am Nachmittag stellen die Teilnehmer/innen ihre Praxisprojekte vor. Gemeinsam tragen wir Erkenntnisse und Erfahrungen zusammen, wie Menschen mit geistiger Behinderung gut alt werden können. Im Anschluss daran Lehrgangsevaluation und Lehrgangsabschluss.

Referentinnen und Referenten
Mag. Elisabeth Draxl: DGKS, Pädagogin, Pflegedienstleiterin der Tiroler Hospizgemeinschaft
Mag. Maria-Luise Greiter: Pädagogin, Erwachsenenbildnerin, Lehrerin an der Schule für Sozialbetreuungsberufe
Waltraud Haberl: Regionalleitung Schwaz, Lebenshilfe Tirol
Sonja Hasenauer, BSc:  Diplomierte Gesundheits- und Krankenschwester, Trainerin für Sturzprophylaxe, Lehrerin an der Schule für Sozialbetreuungsberufe
Johanna Heimerl: Leiterin der Caritas Tagesstätte Sillgasse für Menschen mit Behinderung
Mag. Christine Hosp: Lehrerin für Gesundheits- und Krankenpflege, Pädagogin, zertifizierte Validationslehrerin Level 3, Lehrerin an der Schule für Sozialbetreuungsberufe
Barbara Kleissl, MBA: Diplomierte allgemeine und psychiatrische Gesundheits- und Krankenschwester, akademische Sozialmanagerin, Heimleiterin E.D.E., Sachverständige für Gesundheits- und Krankenpflege, selbständig tätig
Dr. Mariana Kranich: Psychologin, Diplom-Psychogerontologin, freiberuflich tätig als Referentin für Fort- und Weiterbildung in Einrichtungen der Alten- und Behindertenhilfe, Köln
Roland Moser: Studium in Sozialpädagogik, Studium in Supervision und Organisationsberatung, langjährige Tätigkeit als Dozent in der Ausbildung von Sozialpädagog/innen und als Supervisor und Berater, Uster (Schweiz)
Dietmar Wolf: Leiter der Caritas Wohngemeinschaft Zams
Mag. Gernot Wörle: Regionalleitung Innsbruck-Land West/Imst, Lebenshilfe Tirol
Mag. Elisabeth Zöhrer: pädagogische Leiterin des Caritas Bildungszentrums

Zielgruppe
Fachkräfte in der Begleitung von Menschen mit geistiger Behinderung

Teilnehmer/innenzahl
Mindestens 10 Personen, maximal 16 Personen

Veranstaltungsort
Haus der Begegnung, Rennweg 12, Innsbruck

Kosten
1.180.- Euro inkl. Seminarunterlagen, update-Förderung möglich

Anmeldeschluss
03. Februar 2017