Aufbau einer Landwirtschaft - Südsudan

Ein Traktor auf einem Feld

Foto: Caritas

In den jahrelangen Kriegswirren ist im Südsudan der lokale (Subsistenz-)anbau zusammengebrochen. Der Großteil der Lebensmittel muss aus Uganda oder Kenia importiert werden - aufgrund der langen Distanzen, schlechten Straßen und hohen Benzinkosten zu meist sehr hohen Preisen. Hinzu kommen die Auswirkungen der schlechten Ernte vom Vorjahr, unregelmäßiger Regen und die vielen RückkehrerInnen aus dem Sudan. So gelten laut Regierung derzeit mehr als die Hälfte der Bevölkerung als "ernährungsunsicher". Zudem steigen die Kosten: die Preise für Sorghum sind beispielsweise dieses Jahr um 75 bis 260%, die Preise für Mehl um bis zu 230% angestiegen. Hier setzt die südsudanesische Vinzenzgemeinschaft, mit ihrem neuesten Projekt an. Ein Landwirtschaftsprojekt, bestehend aus einer bereits laufenden Hühnerzucht und Gemüse- und Getreideanbau, wird aufgebaut. Die so produzierten Nahrungsmittel sollen einerseits für den Eigenbedarf (wie z.B. das Ernährungszentrum für Babys und Kleinkinder), andererseits für eine Ausbildungsstätte für nachhaltige Landwirtschaft verwendet werden. Rund 90% der Erde im Südsudan gelten als fruchtbar, es regnet ausreichend, die Grundvoraussetzungen für den Erfolg des Projektes sind somit gegeben. Dr. Betram Kuol, Agrarexperte und Projektleiter, ist überzeugt vom Erfolg des Projektes: "Der Südsudan hat früher den besten Kaffee der Welt produziert. Wir haben Baumwolle, Tee und Früchte exportiert. Jetzt brauchen wir Saatgut, Maschinen und verbesserte Anbaumethoden, dann können wir uns in ein paar Jahren wieder selbst versorgen. Denn Landwirtschaft ist die Zukunft dieses Landes, damit die Menschen wieder unabhängig sein können!" Die Caritas unterstützt den Aufbau der Landwirtschaft mit Saatgut und Geräten sowie einem Fertigteilhaus, das als Büro, Schlafgelegenheit und Lagerstätte dient.