Mit einem Handwerk zur Selbständigkeit - Südsudan

Männer arbeiten an einer Mauer.

Foto: Caritas

Gut ausgebildete junge Menschen können nicht nur ihre Familien ernähren, sondern leisten einen wichtigen Beitrag für den Aufbau des Südsudans.

Der Aufbau der Infrastruktur im Südsudan, dem jüngsten Staat der Welt, ist eine der Topprioritäten. Bei einer durchschnittlichen Alphabetisierungsrate von 25% (bei Frauen sind dies nur 10%), gibt es viel zu wenig LehrerInnen, Schulen und Ausbildungsstätten. Für den Aufbau und die Entwicklung des jungen Staates werden aber dringend HandwerkerInnen benötigt.

 

Ausbildungszentrum am Stadtrand von Juba

Daher begann die St. Vincent de Paul Society bereits im Jahr 2009 im Ausbildungszentrum Lologo am Stadtrand von Juba mit Berufsausbildungskursen für das Maurerhandwerk, Zimmerei und Elektrik. Die AbsolventInnen sind heiß begehrt, von regierungsnahen Betrieben oder der UN, manche machen sich auch selbständig.

Schneiderei, IT & Automechanik

Zu den drei ursprünglichen Kursen kamen im Laufe der Jahre IT, Automechanik und Schneiderei dazu, die Lehrgänge dauern 9 Monate, sind anhand von ILO-Kriterien (International Labour Organization) konzipiert und sind grundsätzlich in 25% Theorie-Unterricht und 75% Praxiseinheiten unterteilt. Zudem bietet die Ausbildung auch grundlegende Kenntnisse der Betriebswirtschaft, Mathematik und Gesundheitslehre an.

So meint z.B. die 19jährige Viola KASUMIRO, dass sie die praktischen Einheiten sehr schätzt, da sie hier das theoretische Wissen tatsächlich umsetzen muss. Sie ist die einzige Frau, die am Automechaniker-Kurs teilnimmt. Sie kann hier ihren tatsächlichen Interessen nachgehen und wird von den meisten Burschen und Männern in ihrer Entscheidung unterstützt. Die Ausbildung bedeutet für sie auch einen Schritt in ihre persönliche Unabhängigkeit, zu oft hat sie miterlebt, dass Ehemänner sich als "nicht so gut" herausgestellt haben - und daher will sie unbedingt auf eigenen Beinen stehen.