Kleines Wunder im Flüchtlingselend - Mali

Busbahnhof von Bamako, der Hauptstadt Malis. Jean-Paul ist gerade angekommen. Nicht freiwillig.
Bis Algerien hatte er es von Kamerun aus geschafft. Aber dort wurde er von einem Polizisten verhaftet, saß mehrere Wochen in einem Gefängnis und wurde dann mit vielen anderen Männern und auch ein paar Frauen per Bus nach Mali abgeschoben.

 

Mali ist das wichtigste Migrationsland in Westafrika. Seit vielen Jahren ist es geprägt von starken Wanderungsbewegungen - sei es aufgrund schlechter Ernten, sei es aus kulturellen Gründen im Sinne einer Initiation der jungen Soninké-Männer.

In den letzten Jahren aber wird Mali immer mehr zum Zielland. Für jene, die aus zentralafrikanischen Ländern auf ihrem Weg nach Europa in Mali hängen bleiben und für jene, die aus Europa, Marokko, Algerien oder Lybien abgeschoben werden - per Autobus an die malische Grenze oder per Flughafen direkt in die Hauptstadt Bamako. Sie kommen nicht aus Mali, kennen niemanden, verstehen normalerweise nicht einmal die Sprache, sie sind einfach furchtbar allein. So wie Jean-Paul, der immer noch am Busbahnhof sitzt. Roméo und Patrice, zwei der Mitbegründer des Vereines ARACEM, sind auch dort und bieten ihm und den anderen Flüchtlingen an mitzukommen. Der Verein ARACEM hat es sich zur Aufgabe gemacht die abgeschobenen MigrantInnen erstzubetreuen. 

Die Erstbetreuung heißt für Jean-Paul Unterkunft, Verpflegung, Kleidung, medizinische Versorgung, psychosoziale Unterstützung und ein Anruf zuhause. Einige sind nach der langen, beschwerlichen Reise zwischen Hunger, Gefängnis, Heimweh und Aussichtlosigkeit auf der Suche nach einer besseren Zukunft so krank, dass sie nur noch zum Sterben nach Hause wollen. Und wenn sie nicht einmal das mehr schaffen, dann versuchen die jungen Männer von ARACEM ihnen einen würdevollen Abschied zu ermöglichen - zumindest einen Sarg und einen Priester, das wollen sie bieten. 

NEWS Artikel "Traumziel Europa"

Die NEWS Redakteurin Veronika Dolina reiste nach Mali um dem Thema Flucht auf den Grund zugehen. Im Zuge ihrer Reise besuchte sie auch unser Flüchtlingsprojekt in Bamako/Mali.  

 

Mali - Kleines Wunder im Flüchtlingselend

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