Kinderdorf Gomel - Weißrussland

Eine Nonne hält ein schwer behindertes Kind am Arm

Das Kinderdorf Gomel, die erste private Einrichtung dieser Art in Weißrussland, ist für 60 Kinder mit Behinderungen ein neues Zuhause. Dort können sie leben, werden medizinisch und therapeutisch betreut, gefördert und unterstützt.

In den staatlichen Heimen ist die Situation trotz einiger Verbesserungen nach wie vor dramatisch. Zwischen 200 und 300 Kinder leben - oft menschenunwürdig - in den großen staatlichen Heimen. Oft kann die vorgeschriebene Kalorienmenge beim Essen nicht eingehalten werden oder gibt es keine dringend notwendigen Medikamente. Neben der finanziellen Not und der mangelhaften Ausstattung ist das Schlimmste jedoch die Grundeinstellung gegenüber der Kindern: Sie gelten als Belastung und werden einfach weggesperrt oder im Bett liegen gelassen. Ohne liebevolle Zuwendung, ohne Beschäftigung, ohne Therapie.

Den Müttern raten die Ärzte schon bei der Geburt, ein Kind mit Behinderungen in ein Heim zu geben. Denn seitens des Staates gibt es fast keine Unterstützung: Rollstühle sind unerschwinglich, Tagesbetreuung oder Werkstätten gibt es nur wenige, Medikamente und Behelfe müssen die Eltern bezahlen. Die Caritas Gomel errichtet mit dem Kinderdorf ein Modellprojekt für das ganze Land: Erstmals können Kinder mit Behinderungen in familienähnlichen Gruppen leben. So erfahren die Kinder die Wärme und Geborgenheit aber auch Regeln und Konfliktsituationen wie in einer Familie.
Das Fachwissen der Schwestern - alle sind in Polen entsprechend ausgebildet - hilft den Kindern: Sie werden motiviert und gefördert. Viele Kinder lernen dank der unermüdlichen Arbeit der Schwestern erst gehen, essen, sich anzuziehen. Das sind große Schritte in Richtung Integration. Im Kinderdorf Gomel wird gezeigt, dass Kinder mit Behinderungen ein Recht auf ein Leben in Würde haben.

Not in Weißrussland