Wissen, um mit dem Tabu zu brechen - Armenien

HIV, Aids, Ansteckung - das sind jene Worte, mit denen man in Armenien nur selten konfrontiert wird - in großes Tabu in der ländlichen Gesellschaft.  
Armenien gehört zu jenen sieben Ländern, in denen laut UNAIDS die Zahl der Neuinfektionen um mehr als 25% gestiegen ist. 

 

Eine große Anzahl von meist männlichen Saisonarbeitern verlassen jedes Jahr ihre Familien und machen sich auf nach Russland, auf der Suche nach Arbeit. Denn diese gibt es nur sehr selten in der Region Shirak, einem sehr armen Gebiet im Norden von Armenien.

 

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurden auch die meisten Großbetriebe geschlossen. Als Saisonarbeiter bringen sie nicht nur Geld nach Hause, sondern auch eine HIV-Infektion. Gesprochen wird nicht darüber, aber Frauen werden oftmals infiziert. Die Tabuisierung des Themas geschieht nicht nur innerhalb der Familien in abgelegenen Dörfern, sondern auf allen Entscheidungsebenen. Deshalb zielt das vorliegende Projekt nicht nur auf die ländliche Bevölkerung in der Region Shirak ab, sondern auch auf die Ausbildung und Bewusstseinsbildung der lokalen Entscheidungsträger sowie Personen, die einen großen Einfluss auf die ländliche Dorfbevölkerung haben, darunter auch Priester.

 

Die Bewusstseinsbildung passiert auf einer allgemeinen Gemeindeebene, es ist in diesen Dörfern nicht möglich, gezielt Risikogruppen anzusprechen. Trotzdem sind es vor allem die Jungen, die Drogenabhängigen und die Saisonarbeiter, die besonders berücksichtigt werden. Darüber hinaus werden die Risikogruppen zu kostenlosen Aidstests motiviert.

 

Junge Menschen beschäftigen sich mit dem Thema HIV
In Zusammenarbeit mit der Universität Gjumri veranstaltete die Caritas Armenien einen Kunstwettbewerb. Jungen Menschen sollten sich mit den Themen HIV/ HIV & Migration auseinandersetzen. Die daraus entstandenen Bilder sind absolut sehenswert: Hier der Link zu den Kunstwerken.

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Armenien - Wissen, um mit dem Tabu zu brechen

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