Dem Albtraum entflohen - Kenia

Viele Kinder kamen als unbegleitete Flüchtlinge aus dem Sudan, ihre Eltern haben sie im Krieg oder auf der Flucht verloren. Einige haben bereits selbst als KindersoldatInnen kämpfen müssen.

 

Paul, 16 Jahre
"Wer zu fliehen versuchte, wurde sofort erschossen", berichtet der heute 16-jährige Paul über seine Zeit als Kindersoldat. Vor drei Jahren konnte der Junge fliehen. Er hatte im Ausbildungslager von Schwester Radlmeier und ihrem Flüchtlingsheim in Juja gehört und machte sich auf die lange und beschwerliche Reise. "Wir wussten nicht, was uns erwartet. Es war eine Flucht ins Ungewisse", meint Paul und erzählt von den Strapazen seiner Odyssee. Paul ist jetzt seit fast drei Jahren im Heim in Juja, besucht die Hauptschule und macht nebenbei eine Ausbildung zum Mechaniker.

 

Die Schwestern bemühen sich nicht nur um die fundierte Ausbildung der Kinder, sondern versuchen auch, ein Vertrauensverhältnis zu schaffen: "Viele haben Schreckliches gesehen und brauchen viel Zeit und Fürsorge, um das Erlebte zu verarbeiten und wieder in eine normale Gesellschaft hineinzuwachsen", so Schwester Radlmeier. Hilfe für Kinder in Not - seit 28 Jahren Die engagierte Dominikanerin kümmert sich schon seit 1987 um Kinder, die vor dem blutigen Bürgerkrieg im Süden des Sudan flohen. Zunächst nahm die heute 77-jährige Bayerin 27 südsudanesische Buben auf, gab ihnen zu essen und schickte sie zur Schule. Im Laufe der Jahre kamen immer mehr junge Menschen nach Juja bei Nairobi, wo Schwester Luise Radlmaier ihre "Emmanuel Foundation" gründete. Vor allem ehemalige Kindersoldaten suchen damals wie heute bei der Dominikanerin Zuflucht.