Landwirtschaft für Kinder - Burundi

Landwirtschaft in Burundi

Foto: Caritas

Bis 2006 litt Burundi unter einem jahrzehntelangen Bürgerkrieg. Die blutigen Auseinandersetzungen ließen viele Kinder ohne Eltern zurück, zudem ist die Wirtschaft des Landes zusammengebrochen und viele Erwachsene schaffen es nicht, ihre Kinder ausreichend zu ernähren. Außerdem ist mit offiziellen 3,3% die HIV-Rate sehr hoch.

Drei Waisenhäuser

Sr. Godelive und ihr Orden betreiben aus dieser Not der Menschen heraus drei Waisenhäuser, in denen rund 320 Kinder kurz- oder längerfristig Aufnahme finden. Manche bleiben nur wenige Wochen, bis sie wieder genug Kraft haben, um den Alltag zu meistern und kehren dann zu ihren Eltern zurück oder kommen zu Pflegeeltern. Viele Kinder bleiben jedoch jahrelang in den Betreuungseinrichtungen. Häufig sind die Kinder stark unterernährt, wenn sie im Waisenheim aufgenommen werden.

Manche sind sogar zu schwach zum Kauen! Zur Unterernährung gesellen sich noch Abwehrschwäche und verschiedene Krankheiten. Für diese Kinder ist spezielle Nahrung unabdingbar, denn sie vertragen nicht alles.

Hohe Lebensmittelpreise

Bisher mussten die Schwestern die notwendigen Lebensmittel am lokalen Markt einkaufen und waren von schwankenden und vor allem sehr hohen Preisen und unregelmäßigem Angebot abhängig - und deshalb in zweiter Linie auch wieder von Spendengeldern, die den Kauf dieser Lebensmittel erst ermöglichten.

Gemüse- und Obst-Anbau

Dies soll nun anders werden: Auf einem 26 Hektar großen Areal in Kavumu, südlich von Gitega, haben die Schwestern begonnen, Gemüse und Früchte anzubauen. Da reihen sich Erdäpfel an Bananen und Avocados, Maracujas an Ananas. Fällt die Ernte gut aus können sich die Waisenhäuser zu einem guten Teil selbst versorgen, die Zukäufe haben sich reduziert. Durch die Bebauung der noch brachliegenden Felder soll der Eigenbedarf der Häuser in Zukunft ganz abgedeckt werden. Eventuelle Überschüsse können an Pflegefamilien, die Waisenkinder zu sich aufgenommen haben, weitergegeben und sogar auf dem Markt verkauft werden und so zur Selbstfinanzierung beitragen. Ein großer Schritt in Richtung Autonomie!

  • Auf einem 26 Hektar großen Areal wird nun begonnen Gemüse und Früchte anzubauen.

    Landwirtschaft in Burundi © Caritas

    Auf einem 26 Hektar großen Areal wird nun begonnen Gemüse und Früchte anzubauen.

  • Damit werden die Waisenhäuser unabhängig von regionalen Preisschwankungen bei Lebensmitteln.

    Damit werden die Waisenhäuser unabhängig von regionalen Preisschwankungen bei Lebensmitteln. © Caritas

  • Pflegefamilien und Waisenkinder sind so besser versorgt.

    Mutter in Burundi © Caritas

    Pflegefamilien und Waisenkinder sind so besser versorgt.

  • Landwirtschaft in Burundi
  • Zwei Mütter mit ihren Babys
  • Eine Mutter mit einem unterernährten Baby