Rumänien - Ein Zufluchtsort für EU-Waisen

„Unsere Mama passt auf einen alten Mann im Westen auf“

Eine gute Mutter sorgt für ihre Kinder. Auch Mia*, 8, und Janek*, 6, haben eine Mama, die sich sehr um ihre Kinder kümmert. Aber: Ihre Mama kommt nur alle sechs Wochen nach Hause und bleibt für zwei oder drei Wochen. Dann muss sie wieder nach Österreich fahren. In der Zeit, in der die Mama bei ihren Kindern ist, läuft alles gut. Sie kuscheln, spielen, kochen gemeinsam. Mia und Janek sind dann zwei sehr glückliche Kinder. Wenn die Mama aber wieder packen muss, um einen alten Mann in Österreich zu pflegen, zieht ein quälender Schmerz in Mias und Janeks Herzen ein.

Geborgenheit im Tageszentrum

Mia und Janek gehen in Nitchidorf zur Schule. Das ist ein großer Glücksfall für die Kinder. Denn dort hat Sanda Korom, eine pensionierte Gymnasiallehrerin, vor Jahren damit begonnen, Kinder am Nachmittag zu betreuen. Gemeinsam mit ihrem Mann und mit Unterstützung einer Schwester aus dem Kloster Wernberg in Kärnten hat sie eine alte Schule gemietet und darin eine Tagesstätte für alleingelassene Kinder eingerichtet.

Über 50 Kinder werden mittlerweile dort täglich versorgt. Auch Mia und Janek erhalten eine warme Mahlzeit, medizinische Versorgung, saubere Kleidung und die dringend notwendige Zuwendung, die jedes Kind zum Großwerden braucht.

Die Arbeitslosenquote in Rumänien liegt bei fast 90 Prozent, die Opfer der Arbeitsmigration sind die zurückgebliebenen Kinder. „Jene Kinder, die weder in einem Heim noch bei Verwandten unterkommen, leben ganz allein oder auf der Straße. Sie besuchen meist keine Schule und müssen ihr Überleben mit Diebstahl, Kinderarbeit und auch Prostitution sichern. Die Selbstmordrate unter diesen Kindern ist besonders hoch.“ Die alleingelassenen Kinder sind dringend auf Hilfe angewiesen.
*Namen geändert


Wenn ein Projekt zu Ende geht, werden verbleibende und neue Spendenmittel für andere Projekte der Caritas verwendet.